Bild: (von links oben im Uhrzeigersinn) Marie Martin (Referentin), Simone Fleischmann (BLLV-Präsidentin) und Sandra Schäfer (1. Vorsitzende des NLLV und Leiterin des BLLV-Referats
Bild: (von links oben im Uhrzeigersinn) Marie Martin (Referentin), Simone Fleischmann (BLLV-Präsidentin) und Sandra Schäfer (1. Vorsitzende des NLLV und Leiterin des BLLV-Referats "Gleichberechtigt!") und Dr. Eva Strasser (Psychologin).
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Starke Frauen, starke Gesundheit: Der BLLV setzt ein Zeichen

So wichtig und doch so häufig ein Nischenthema: Die Gesundheit von Frauen. Das überwältigende Interesse an der Kick-Off-Veranstaltung zur Frauengesundheitsreihe zeigt, dass es Zeit ist, das Thema in den Fokus zu nehmen.

Viele, viele kleine Bildschirmkacheln, über 200, füllten kürzlich bei der Online-Kick-Off-Veranstaltung der BLLV-Akademie das Videokonferenz-Tool. Hinter jeder Bildschirmkachel eine Frau, die zum Thema „Frauengesundheit stärken – Wissen, Austausch, Selbstfürsorge“ mehr wissen wollte. 

„Wir wollen heute unbedingt in den Austausch gehen – und uns gegenseitig stärken, auch über unseren Verband hinweg“, betont BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann und verweist damit auf die zugeschalteten Funktionsträgerinnen vom dbb und VBE: Milanie Kreutz (stellvertretende dbb-Bundesvorsitzende und Vorsitzende der dbb-Bundesfrauenvertretung) und Tanja Küsgens (Bundessprecherin der VBE Frauenvertretung und stellvertretende Vorsitzende Bundesfrauenvertretung des dbb). Die Beiden sind sich einig: Frauengesundheit müsse jetzt mehr in den Fokus genommen werden. 

Die erste Keynote des Abends hielt Dr. Eva Strasser, Diplom-Psychologin und Change-Management-Beraterin, mit dem Titel „Blick über den Tellerrand: 5 Elemente gesundheitsorientierter Selbst-Führung“. Sie stellt klar, dass Frauen in anspruchsvollen Berufsrollen immer anders dastehen als Männer – bedingt durch die Familiensituation und die Sozialisation, die Frauen erfahren. „Hier erleben die Frauen viel mehr Druck als Männer“, so Strasser. Deshalb sei es gerade hier wichtig, dass Frauen für sich die Frage nach dem Sinn („Warum tue ich mir das heute wieder an?“) befriedigend beantworten können. Strasser erklärt die gesundheitsorientierte Selbst-Führung anhand von fünf Dimensionen: Sinn (Was ist meine Stärke? Für welchen Zweck möchte ich sie einsetzen?), Energiemanagement (Woher kommt und wohin geht meine Energie? Was sind meine Energieräuber?), Reflexion und Umdeutung (Eigene Weltsicht aktiv und konstruktiv gestalten), Vernetzung (Bewusster Aufbau von Beziehung für ein Gefühl von Zugehörigkeit) und Engagement (Ergreifen von Chancen, Übernehmen von Verantwortung).


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Konkrete Hilfe, was bei „zu vielen offenen Tabs im Kopf“ zu tun ist, gab anschließend Rhetorik- und Kommunikationstrainerin Marie Martin: etwa 1-minütige-Mini-Pausen für Atemübungen zu nutzen oder sich von der Vorstellung des Multitasking zu verabschieden. Niemand könne multitasken, es würden nur mehr Tabs im Kopf aufgemacht. Viel wichtiger sei es, zu priorisieren und auch Aufgaben abzugeben. Sie plädiert außerdem für einen Perspektivwechsel: Doppelbelastung durch Erwerbs- und Carearbeit könne auch doppelte Stärke bedeuten. 

Im Chat des Videokonferenztools kamen dann die über 200 Teilnehmerinnen zu Wort. Ihre Meinungen und Anregungen wurden dann mit den Expertinnen rund um Simone Fleischmann diskutiert – neben den Referentinnen Strasser und Martin war das insbesondere Sandra Schäfer, 1. Vorsitzende des NLLV und Leiterin des BLLV-Referats "Gleichberechtigt!", außerdem Beisitzerin der Geschäftsführung der BBB-Frauenkommission und Vizepräsidentin des Bayerischen Landesfrauenrats. „Wir Frauen neigen dazu, freie Zeit, die sich ergibt, mit immer neuen Aufgaben zu füllen, anstatt zwischendurch für Erholungspausen zu sorgen“, sagt Schäfer und ergänzt, „wir Frauen müssen uns von diesem Bild befreien, was an uns Frauen herangetragen wird und wie wir erzogen wurden, nämlich dass wir ja alle so gut im multitasken sind.“

Schäfer appellierte außerdem, Gleichberechtigung und Belastung von Frauen sichtbar zu machen, zum Beispiel mit Hilfe von Netzwerken. Genauso wichtig findet sie aber die tägliche Arbeit an sich und der gemeinsamen Reflexion der familiären Situation zum Beispiel mit dem Partner zuhause.


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Im Chat teilten viele Teilnehmerinnen, wie sie unter der Belastung ihres Alltags, der häufig aus einer Doppelbelastung von Care- und Erwerbsarbeit geprägt ist, leiden. 

Hier rät Dr. Eva Strasser zunächst die inneren Antreiber zu identifizieren, etwa „Ich muss es allen recht machen“ und zu erkennen, dass man diese fordernde Berufsrolle auf lange Sicht nur ausüben kann, wenn man sich zwischendurch Pausen zum Krafttanken gönne. Hier sei es hilfreich, ein Gegengewicht zum schlechten Gewissen in Form von Erholungsritualen zu etablieren, etwa mit kurzen Atemmeditationen. Diese Rituale sollten dann auch im Umfeld kommuniziert werden.

Kritisiert werden im Chat von den Teilnehmerinnen aber auch die Rahmenbedingungen des fordernden Lehrkraftberufs. Konkret werden hierbei flexiblere Teilzeitmodelle gefordert und mehr mobile Reserve. Auch wird die eine Stunde Altersermäßigung als zu wenig kritisiert. 

Im Chat erhielt die BLLV-Akademie außerdem viele Anregungen für Fortbildungen aus dem gesundheitlichen Bereich, etwa zu den Themen Endometriose und Zyklus. Ebenso äußerten die Teilnehmerinnen Interesse zu folgenden Themen: Erfahrungsaustausch Jung-Alt, Vernetzung unter Frauen, Stärkung von Selbstvertrauen, Pensionsfalle Teilzeit, sowie Tipps für den Umgang mit Doppelbelastung und Mental Load. 

>> Ihr Thema ist noch nicht dabei? Dann schreiben Sie eine Mail an koordination@akademie.bllv.de

Simone Fleischmann ermutigt: „Wir haben viele Veranstaltungen in den Kreis- und Bezirksverbänden im BLLV, wo auch häufig Politiker eingeladen sind: Hier findet immer ein guter Austausch statt und können Dinge angebracht werden.“

Das Feedback nach der Veranstaltung fiel im Chat durchweg positiv aus, was eine Teilnehmerin so zusammenfasste: „Ich bin sehr begeistert vom Format. Unkompliziert, informativ und gut in meinen Alltag integrierbar. Eine sehr wichtige "Portion". Bitte gerne mehr davon.“

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