Aktuelle Herausforderungen und zentrale Forderungen der Fachgruppe Seminar
Die Tagung der Landesfachgruppe Seminar ermöglichte Raum für Austausch, einen Blick in die Praxis und Themen mit Handlungsbedarf wie die Lehrkräftebildung. Zu Besuch waren BLLV-Vizepräsident Gerd Nitschke und Landtagsabgeordneter Kristan von Waldenfels (CSU).
Bei ihrer 28. Tagung vom 23. bis 25. Juli 2026 in Vierzehnheiligen bei Bad Staffelstein tauschte sich die BLLV-Landesfachgruppe Seminar mit Gerd Nitschke über aktuelle Entwicklungen im Verband und in der bayerischen Bildungspolitik aus.
Ein großes Dankeschön ging an alle, die sich bei den Personalratswahlen engagiert haben, ob als Kandidatinnen und Kandidaten oder in den Wahlvorständen. Der BLLV stellt in den Bezirkspersonalräten und im Hauptpersonalrat die Mehrheit und ist damit weiterhin die starke Vertretung der Lehrkräfte in Bayern. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 61 Prozent. Für künftige Wahlen wird auch über eine elektronische Stimmabgabe nachgedacht, die das Wählen einfacher machen könnte.
Weiteres Thema war die Unterrichtsversorgung. Rund 8.000 zusätzliche Kinder müssen an den Schulen versorgt werden. Das bedeutet vielerorts größere Klassen und weniger Raum für kleine Lerngruppen und individuelle Förderung. Umso wichtiger ist eine gute Ausbildung der künftigen Lehrkräfte.
Die Fachgruppe setzt sich auch weiterhin dafür ein, die Lehrkräftebildung in Bayern weiterzuentwickeln und die Qualität der Ausbildung zu sichern.
Seminarleitungen im Dialog mit der Landespolitik
Die Verantwortung der Seminarleitungen und die Rahmenbedingungen der Lehrkräfteausbildung standen im Mittelpunkt eines Gesprächs mit dem Landtagsabgeordneten Kristan von Waldenfels. Der Abgeordnete für Hof und Mitglied des Ausschusses für Bildung und Kultus war bei der Tagung der Landesfachgruppe Seminar. Seminarleitungen aus allen bayerischen Regierungsbezirken erläuterten ihm die besonderen Anforderungen ihrer Tätigkeit und die Themen, die akuten Handlungsbedarf haben.
Aus Sicht der Landesfachgruppe bildet die Besoldung die Verantwortung für zukünftige Lehrergenerationen nicht mehr angemessen ab. Mit der Dienstrechtsreform 2011 sei die frühere Gleichstellung mit Schulleitungen verloren gegangen. Kaum vorhandene Aufstiegsmöglichkeiten und zunehmend unbesetzte Stellen verdeutlichten den Handlungsbedarf. Auch die Versetzungspraxis, die Unterrichtsversorgung und die hohen Lebenshaltungskosten am Ausbildungsstandort München kamen zur Sprache.
Die Landesfachgruppe benannte fünf zentrale Forderungen:
- Berücksichtigung der Seminarleitungen bei der Anhebung 2028
- Anpassung der Anrechnungsstunden
- Anhebung der Fachseminarleitungen in die Qualifikationsebene 4
- Öffnung der Unterrichtsverpflichtung für Coaching, Beratung, Diagnostik und Schulentwicklung
- Kein Unterricht für Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter im ersten Schulhalbjahr
Kristan von Waldenfels dankte für den intensiven Austausch und kündigte an, die Anliegen in seine Gespräche mit dem Kultusministerium einzubringen. Die Landesfachgruppe dankt Holger Dreml und dem Abgeordnetenbüro für die Organisation des Treffens.
<< Ralf Perle, BLLV-Fachseminarleitung Oberfranken