"Wenn in der großen Politik Köpfe rollen, wenn die Gesellschaft auseinanderdriftet und die politischen Ränder erstarken, dann braucht es den gesunden Menschenverstand um zu verstehen, dass der Lehrkräftemangel nur nachhaltig bekämpft werden kann durch eine attraktive und qualitativ hochwertige Lehrkräftebildung. Denn genau die braucht es für eine zukunftsfähige Bildung, die Kinder und Jugendliche ermächtigt, ihre Stärken individuell fördert und sie zu starken und selbstbewussten Menschen und Demokraten bildet.
Das ist kein „Nice-to-have“ und auch keine optionale Maßnahme, sondern der Kern der politischen Bildung der Zukunft. Würde der heute vorgelegte Masterplan in Gänze umgesetzt werden, dann wäre das eine Revolution auf dem Weg zur besten Bildung in Bayern.
Drei Säulen und 10 Bausteine: Das ist mehr als das, was in der jetzigen Zeit zu erwarten gewesen wäre. Den Berufsfeldbezug stärken, eine generelle Qualitätssteigerung und verbesserte Rahmenbedingungen für starke Lehrkräfte: Das beschreibt genau das, was der BLLV in seinem flexiblen Lehrkräftebildungsmodell seit 2017 fordert.
Mehr Praxisorientierung, ein Praxisjahr und Modellversuche zur Stärkung der „Core Practices“ werden der seit Jahrzehnten bestehenden Kritik gerecht, dass der Berufsfeldbezug in der Ausbildung fehlt. Der inklusive Umgang mit Heterogenität, ein Kernbaustein aus dem Gutachten der Expertenkommission von 2025, ist die Schlüsselkompetenz für alle Lehrerinnen und Lehrer der Zukunft an allen Schularten.
Staatsministerin Anna Stolz, MdL und Staatsminister Markus Blume, MdL, haben verstanden und setzten in ihrer heutigen Pressekonferenz auch genau hier an. Der BLLV fordert seit Jahren, dass die Entwicklung der Lehrkräftepersönlichkeit durch kontinuierliche „Reflexion und Beratungsangebote“ die Attraktivität und die Qualität der Ausbildung steigern müssen. Starke Lehrkräfte von Anfang an: eine Investition in unsere Zukunft.
Die Schule der Zukunft ist eine Schule mit veränderten Prüfungsformaten. Selbstredend müssen dann auch die Prüfungsformate für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst verändert werden. Genau das sieht auch der Masterplan vor. Die Staatsregierung hat erkannt, dass Bildung im 21. Jahrhundert anders funktioniert als im 19. Jahrhundert. Heterogenität, Inklusion und Demokratiebildung machen die Schule der Zukunft aus - ein weiterer sehr gelungener Baustein des heute vorgelegten Masterplans.
Ein ambitionierter Masterplan, der in Zeiten von Haushaltsdefiziten und Stellmoratorium nicht ressourcenneutral aufgesetzt ist. Dieser braucht Evaluation, kritische Begleitung und einen langen Atem. Der BLLV wird alle zehn Handlungsfelder des Masterplans und ihre Umsetzung mit höchster Professionalität und kritischem Blick begleiten.
Der Freistaat Bayern setzt die Priorität bei Hightech. Der BLLV wird dafür Sorge tragen, dass Highteach ebenfalls ganz vorne auf der politischen Agenda steht."
<< Simone Fleischmann, BLLV-Präsidentin und Mitglied der Expertenkommission zur Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung
Masterplan Lehrkräftebildung: Die Bayerische Staatsregierung hat verstanden!
Der heute veröffentlichte Masterplan zur Lehrkräftebildung stärkt Berufsfeld- und Praxisbezug, bringt eine generelle Qualitätssteigerung und bessere Rahmenbedingungen für starke Lehrkräfte – und damit vieles, was der BLLV seit 2017 mit seinem flexiblen Lehrkräftebildungsmodell fordert.
Informationen
Medienberichte
Simone Fleischmann im Wortlaut in den TV-Nachrichten des BR:
“Wenn ich was studiere, dann möchte ich da das lernen, was ich später brauche. Der fehlende Berufsfeldbezug war immer eine große Kritik. Wenn das jetzt angegangen wird, ist das richtig!”
Im Gespräch mit BR-Radio sagt Fleischmann zum Thema:
“Der Masterplan Lehrkräftebildung hat drei große Säulen mit zehn Bausteinen: Alles, was wir unbedingt brauchen, um die Attraktivität der Lehrkräftebildung einerseits und die Qualität andererseits zu fördern. Das ist ein Mittel gegen den aktuellen Lehrkräftemangel.”
“Junge Leute überlegen ganz genau, was sie studieren. Wenn die Lehrkräftebildung jetzt praxisnäher wird, wenn sie mehr von dem bietet, was sie an den Schulen wirklich brauchen, wenn es eine bessere Verzahnung zwischen Schule, Schulpraxis, Wissenschaft und Universität gibt, dann wird das Studium attraktiver – und dann kriegen wir mehr professionelles Personal, das wir dringend brauchen.”
"Bessere Praxis- und Berufsfeld-Orientierung fordert der BLLV seit langen Jahren. Wir schauen jetzt genau hin, wir das jetzt hier umgesetzt wird. Wir haben da einen langen Atem. Wir hören ja viel in Bayern von einer „Hightech-Agenda“. Damit die gelingt, brauchen wir dringend auch eine High-Teach-Agenda - und die zehn Bausteine sind da eine gute Basis."
“Die Bausteine des Masterplans gelten für alle Schularten: ein Praxisjahr, die Modellversuche zu den Core Practices, die starke praxisorientierte Lehrveranstaltung, die Stärkung von Inklusion, der Umgang mit Heterogenität, das Qualitätsmanagement im Vorbereitungsdienst, die Resilienzförderung, das gilt für alle Kolleginnen und Kollegen. Der kritische Blick des BLLV wird bleiben: Denn alle Schularten haben gleichwertige Herausforderungen: Mit den Grundschulschülerinnen und -schülern so zu arbeiten, wie sie es brauchen – erst lesen, erst rechnen, erst schreiben – das ist höchste berufswissenschaftliche, fachwissenschaftliche, fachdidaktische Expertise und genau gleichwertig wie eben am Gymnasium zu unterrichten. Deswegen haben wir ja für alle Lehrerinnen und Lehrer die gleichwertige Besoldung mit A13. Und deswegen brauchen wir auf lange Strecke für alle Lehrerinnen und Lehrer auch eine gleichwertige Ausbildung.”
Simone Fleischmann bei BR24 online:
Viel Zustimmung kommt vom Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband. Präsidentin Simone Fleischmann war selbst Mitglied der Expertenkommission, die 2025 Vorschläge für die Reform erarbeitet hatte. Mehr Praxis, ein Praxisjahr und die "Core Practices" griffen eine seit Jahrzehnten bestehende Kritik an der Lehrkräftebildung auf, sagt Fleischmann. Auch den stärkeren Fokus auf den Umgang mit heterogenen Klassen begrüßt sie. Gleichzeitig mahnt sie, der Masterplan brauche "Evaluation, kritische Begleitung und einen langen Atem".
Simone Fleischmann im Wortlaut:
Das Praxisjahr soll Studierende also besser auf die Realität im Klassenzimmer vorbereiten, was nach Meinung von Experten bislang zu kurz kommt. „Die sind oft lost und denken sich dann nach ein paar Semestern, huch, da sitzen Kinder, ich kann das gar nicht“, sagt Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV). Das „Praxisjahr intensiv“ sei darauf „genau die richtige Antwort“.
„Die jungen Leute werden geprüft nach den Vorgaben des 19. Jahrhunderts, sollen aber im 21. Jahrhundert unterrichten.“
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