Preisverleihung Deutscher Schulpreis 2026 / © Robert Bosch Stiftung GmbH / Max Lautenschlaeger
Preisverleihung Deutscher Schulpreis 2026 / © Robert Bosch Stiftung GmbH / Max Lautenschlaeger
Sieben Preisträger-Schulen – eine kommt aus Bayern: Der Deutsche Schulpreis 2026 Startseite Topmeldung
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Aus Vielfalt Stärke entwickeln: Die besten Schulen Deutschlands

Die Robert Bosch Stiftung GmbH und die Heidehof Stiftung GmbH vergeben jährlich den Deutschen Schulpreis an die besten Schulen Deutschlands. 15 Schulen waren für das Finale in Berlin mit Bundeskanzler Friedrich Merz nominiert. Der erste Platz ging bei der heutigen Preisverleihung an eine Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe: die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf in Hessen. Mit der Hans-Leipelt-Schule Donauwörth wurde in diesem Jahr auch wieder eine bayerische Schule ausgezeichnet, die Fachoberschule und Berufsoberschule unter einem Dach vereint. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann ist Mitglied der Jury des Deutschen Schulpreises: „Wir freuen uns sehr für alle Siegerschulen. Sie haben die Preise mehr als verdient. Und wir freuen uns natürlich sehr, dass mit der Hans-Leipelt-Schule auch wieder eine bayerische Schule ausgezeichnet wird. Diese Schulen entwickeln die Stärken der einzelnen Kinder und Jugendlichen und machen sie stark. Sie bilden mit der ganzen Vielfalt der Schülerinnen und Schüler eine Gemeinschaft und sie schaffen durch Mitbestimmung eine gemeinsame Verantwortung. Damit wird die Schule zu einem Lern- und Lebensraum, der sich auch an den Erfolgen messen lassen kann“, so die BLLV-Präsidentin.

2026 haben sich deutschlandweit 87 Schulen beworben. Mit dem Deutschen Schulpreis zeichnen die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung – gemeinsam mit der ARD und der ZEIT Verlagsgruppe – jährlich besonders gute Schulen und ihre innovativen Schulkonzepte aus. Eine Jury aus Bildungsexpert:innen und Schulpraktiker:innen vergleicht bei den Bewerberschulen verschiedenste Bereiche: Unterrichtsqualität, Leistung, Umgang mit Vielfalt, Verantwortung, Schulklima, Schulleben und außerschulische Partner, sowie lernende Schule. 

Für den Schulpreis nominiert waren insgesamt 15 Schulen, darunter vier Schulen aus Bayern, von denen die Hans-Leipelt-Schule Donauwörth zu den Gewinnern zählt: Hans-Carossa-Grundschule Heining-Schalding in Passau, Hans-Leipelt-Schule Donauwörth, Mittelschule Altdorf in Altdorf bei Nürnberg und die Nymphenburger Schulen in München.


Pressestatement der BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann

Jawoll: „Lehrerinnen und Lehrer sind die wichtigste Berufsgruppe unseres Landes“


Bundeskanzler Friedrich Merz sprach anlässlich der kürzlich veröffentlichten PISA-Studie von ernüchternden Ergebnissen und von einer gemeinsamen großen Kraftanstrengung aller Bundesländer, um die Situation der Bildung in Deutschland zu verbessern. In seiner Pressekonferenz am 7. September nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt betonte er, wie wichtig jetzt Veränderungen sind, und dass das Aufstiegs- und Wohlstandsversprechen auch und gerade für junge Menschen wieder gelten müsse. Richtig so! Und wenn das in Zukunft wieder gelten soll, dann muss es auch für alle gelten und dann müssen wir jetzt endlich auch das Thema der Bildungsungerechtigkeit mutig und ernsthaft angehen.

Wie geht das alles? Wer soll das machen? In seiner Rede zum Deutschen Schulpreis machte Friedrich Merz... ... weiterlesen

Starke Gewinnerschule: die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf, Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe

Was die Gewinnerschule auszeichnet: sehr unterschiedliche Lernvoraussetzungen produktiv zu nutzen. Viele Kinder starten ohne Gymnasialempfehlung, dennoch erreichen hier auffallend viele von ihnen höhere Abschlüsse als ursprünglich von der Grundschule prognostiziert. Im Zentrum steht ein Lernweg, der Orientierung gibt und zugleich Spielräume eröffnet. 

Die Jury zeigte sich besonders beeindruckt davon, wie eine große Schulgemeinschaft mit 2.000 Schülerinnen und Schülern und 250 Lehrkräften gemeinsame pädagogische Ziele konsequent und mit viel Ausdauer verfolgt. Schul- und Unterrichtsentwicklung gelingen in einem beeindruckenden Dialog aus klar strukturierten Prozessen im Kollegium. Gremien wirken als Hebel statt als Hürden für Veränderung. Multiprofessionelles Arbeiten und Inklusion sind die Regel und tief verwurzelte Haltung in der Schulgemeinschaft.

Besonders beispielgebend ist laut Jury der reflektierte Umgang mit Digitalität und Daten. Die Schule nutzt Daten nicht in erster Linie zur Dokumentation von Ergebnissen, sondern vor allem zur Steuerung von individuellen Förderprozessen. Digitalität und KI werden selbstverständlich und virtuos als Lernwerkzeuge genutzt sowie als Lerngegenstand und kulturelles Phänomen behandelt und kritisch reflektiert.

So gelingt es, eine große Schulgemeinschaft auf gemeinsam getragene Ziele und nachweislich wirksame Konzepte in einer Kultur der Vielfalt und Digitalität auszurichten. Die Schule hilft ihren Schülerinnen und Schülern, ihre Potenziale bestmöglich auszuschöpfen. Niemand verlässt die Schule ohne Perspektive.

>> Alle Informationen auf den Seiten des Deutschen Schulportals

Ein Highlight in Bayern: Die Hans-Leipelt-Schule Donauwörth, Fachoberschule und Berufsoberschule

Die Hans-Leipelt-Schule in Donauwörth vereint Fachoberschule und Berufsoberschule unter einem Dach und begleitet etwa 620 Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg zum Abitur. Besonders prägend ist die große Vielfalt der Lernenden, die nach einer Berufsausbildung mit unterschiedlichen Erfahrungen, Lebenssituationen und Zielen an die Schule kommen, um hier das Abitur oder Fachabitur zu absolvieren.

Lehrkräfte übernehmen die Rolle von Coachinnen und Coaches und begleiten die Lernprozesse durch regelmäßiges Feedback und Lernstandsgespräche. Ergänzt wird dies durch eine individuelle Lernbegleitung, die auch überfachliche Kompetenzen wie die Selbstorganisation gezielt in den Blick nimmt. 

Die Jury würdigte insbesondere das pädagogische Konzept der Schule, das konsequent an der Lebens- und Lernsituation sowie den Bedarfen der Lernenden ausgerichtet ist, sowie das produktive Arbeitsklima und die gelungene Balance von Struktur und Selbstorganisation. Statt eines klassischen Stundenplans strukturiert ein Klassenplan den Schultag. Kurze Inputphasen führen in zentrale fachliche Fragestellungen ein, anschließend arbeiten die Lernenden selbstorganisiert mit differenzierten Materialien auf drei Niveaustufen weiter.


Das Deutsche Schulportal

Alle Informationen über Gewinner, Hintergründe, Events

Die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf in Hessen gewinnt den Hauptpreis des Deutschen Schulpreises 2026. Fünf weitere Preise erhalten Schulen in Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen, Niedersachsen und eine weitere Schule in Hessen. Ein zusätzlicher Preis der Jury für gesellschaftlichen Zusammenhalt geht an die Stadtteilschule Wilhelmsburg ... weiterlesen

Herausragende Schulen – weitere Gewinner

Neben der Gewinnerschule des Hauptpreises, die ein Preisgeld von 100.000 Euro erhält, wurden in diesem Jahr fünf weitere Preise in Höhe von je 30.000 Euro vergeben: an die Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Tuttlingen (Baden-Württemberg), das Georg-Christoph-Lichtenberg-Oberstufengymnasium in Bruchköbel (Hessen), die Hans-Leipelt-Schule Donauwörth (s.o., Bayern), die Oberschule Berenbostel in Garbsen (Niedersachsen) und die Staatliche Grundschule Tannroda in Bad Berka (Thüringen). 

Die Jury vergab in diesem Jahr außerdem zusätzlich erstmals einen Preis für gesellschaftlichen Zusammenhalt an die Stadtteilschule Wilhelmsburg in Hamburg. Damit wird der besonders vorbildliche Umgang der Schule mit Diversität, ihre konsequente Öffnung in den Sozialraum sowie ihr erfolgreiches Engagement für mehr Bildungsgerechtigkeit gewürdigt.

Eine Würdigung aller Lehrerinnen und Lehrer durch Friedrich Merz

Bundeskanzler Friedrich Merz lobte in seiner Rede ganz besonders die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland. Sie seien die wichtigste Berufsgruppe und leisteten „…wirklich Großartiges für unser Land.“ Auch die Leistung und die Anstrengungen der Schulen im Deutschen Schulpreis und aller Schulen in Deutschland hob er in seiner Rede besonders hervor. „Für die Bundesregierung, für mich als Bundeskanzler ist es eine der wichtigsten, wenn nicht sogar die wichtigste Aufgabe unserer Gesellschaft, dafür zu sorgen, dass Kinder, Jugendliche und junge Menschen in diesem Land eine gute Ausbildung bekommen“, betonte er.

Insbesondere mit Blick auf die letzten PISA-Ergebnisse betonte Merz, diese seien ein Grund, um jetzt noch mehr zu tun, und zwar dafür, dass unsere Bildung in Deutschland besser wird. „Das zeigen wir auch heute mit einem solchen Tag“, betonte der Bundeskanzler.„Für uns, für die Bundesregierung, für mich als Bundeskanzler ist es eine der wichtigsten, wenn nicht sogar die wichtigste Aufgabe unserer Gesellschaft, dafür zu sorgen, dass Kinder, Jugendliche und junge Menschen in diesem Land eine gute Ausbildung bekommen und für den Weg ihres Lebens vorbereitet werden. Deswegen bin ich heute hier“, ergänzte Merz.

Ein Plädoyer für Schulen als Garanten der Demokratie

Den aktuellen 55. Geburtstag des Bundesverfassungsgerichtes, nahm Merz zum Anlass für eine Wertschätzung und ein Plädoyer der Schulen und der jungen Menschen als Träger und als Zukunft der Demokratie in Deutschland: „Es gibt etwas, das über mir steht als Bundeskanzler. Es ist das Recht, die Rechtsordnung, unsere freiheitliche, offene Gesellschaft, verteidigt und geschützt vom Bundesverfassungsgericht.“ Und er machte deutlich was ihm dabei wichtig ist: „Darum geht es: in einem offenen, freiheitlichen Land mit Toleranz zu leben, in einer Gesellschaft, die mit sich selbst im Reinen ist und die den jungen Menschen alle Chancen gibt, die die jungen Menschen verdienen.“

„Es sind die Lehrerinnen und Lehrer an unseren Schulen, die die Demokratie in Deutschland tragen, lebendig machen und verteidigen. Die Jury hat hierfür einen extra Preis für gesellschaftlichen Zusammenhalt verliehen. Denn Schule ist nicht nur der Ort, wo die Kinder und Jugendlichen Lesen und Schreiben lernen. Sie ist auch der Ort, wo junge Menschen Selbstwirksamkeit lernen, wo sie soziales Miteinander erleben und einüben, wo sie lernen Konflikte zu bewältigen und wo sie Gemeinschaft gestalten und Toleranz üben“, so Simone Fleischmann in Ihrem Statement zum Deutschen Schulpreis 2026. 

Mehr als „nur“ ein Schulpreis – ein lebendiges Netzwerk

Seit 2006 verleiht die Robert Bosch Stiftung GmbH gemeinsam mit der Heidehof Stiftung den Deutschen Schulpreis. Er ist die renommierteste, anspruchsvollste und höchstdotierte Auszeichnung für gute Schulen in Deutschland. Seit Beginn des Programms haben sich mehr als 2.600 Schulen um die Auszeichnung beworben.

Der deutsche Schulpreis ist aber nicht nur die renommierteste Auszeichnung für gute Schulen in Deutschland. Er ist viel mehr: eine Plattform für die Entwicklung neuer und exzellenter schulischer Konzepte. Im Forum des Deutschen Schulpreises können alle Bewerberschulen im Rahmen eines 15-monatigen Programms ein selbst gewähltes Unterrichtsentwicklungsvorhaben vorantreiben. Dafür stellen die Verantwortlichen Beratungs-, Vernetzungs- und Begegnungsangebote sowie ein digitales Workshop-Programm zur Verfügung. Viele der späteren Gewinnerschulen sind deshalb schon vor der Preisverleihung im Forum aktiv, arbeiten an ihren Konzepten und lernen voneinander. Und auch nach der Preisverleihung arbeiten die Preisträger in einem stetig wachsenden Netzwerk zusammen.

„Der Idee und dem Unterstützungsangebot für die Schulen liegt der Gedanke zugrunde, allen Kindern und Jugendlichen die gleichen Chancen durch qualitativ gute Bildung zu ermöglichen. Dieses Engagement für Bildungsgerechtigkeit und für Bildungsqualität durch Austausch, Input und gemeinsames Lernen ist das Besondere am Deutschen Schulpreis. 


BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann zum Deutschen Schulpreis im Deutschlandfunk vom 29.09.2026

Deutscher Schulpreis – Woran man eine hervorragende Schule erkennt

Im ausführlichen DLF-Interview vom 29. September 2026 spricht BLLV-Präsidentin und Jury-Mitglied Simone Fleischmann noch im Vorfeld der Preisverleihung über den Deutschen Schulpreis, ihre Arbeit als Jurorin, besondere Schulen und engagierte Lehrerinnen und Lehrer. ... weiterlesen

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Weitere Informationen

Pressemitteilung des BLLV-Dachverbands VBE (Verband Bildung und Erziehung):
>> Große Schulen treffen auf große Worte
VBE-Vorsitzender und 2. BLLV-Vizepräsident Tomi Neckov: “Gute Schule ist kein Zufall. Der Deutsche Schulpreis macht im Großen sichtbar, was im Kleinen jeden Tag passiert. Gutes Lehren und Lernen entsteht, wo Menschen nicht nur jeden Tag ihr Bestes geben, sondern wo sie unterstützt werden, in engagierten Teams zusammenarbeiten und es schaffen, trotz enger Budgets, knapper Personaldecken und komplexer Anforderungen Neues zu schaffen. Die Wertschätzung des Bundeskanzlers Friedrich Merz anlässlich der Verleihung des Deutschen Schulpreises tut gut und sie ist vollkommen richtig. Doch große Worte verlangen große Taten. Wenn der Bundeskanzler Lehrkräfte zur wichtigsten Berufsgruppe erklärt, stärkt er damit ihren Status als Stabilitätsanker von Gesellschaft und Demokratie. Die logische Konsequenz muss sein, dass die Verbeamtung für Lehrkräfte der Regelfall sein und bleiben muss – als Ausdruck von Verlässlichkeit, Stabilität und der besonderen Verantwortung, die Lehrkräfte im Sinne des Grundgesetzes tragen.”

Pressemitteilung des Bayerischen Kultusministeriums:
>> Eine der besten Schulen Deutschlands! Hans-Leipelt-Schule Donauwörth erhält begehrte Auszeichnung beim Deutschen Schulpreis 2026
Kultusministerin Anna Stolz: „Ich gratuliere der gesamten Schulfamilie der Hans-Leipelt-Schule von ganzem Herzen zu dieser großartigen Auszeichnung beim Deutschen Schulpreis 2026! Sie beweist auf wunderbare Weise, was für eine enorme Dynamik entsteht, wenn eine Schule mutig neue Wege geht und Innovation mit echtem Teamgeist lebt. Hier wird mit ganz viel Leidenschaft und Engagement die Zukunft unserer jungen Menschen gestaltet."