Gestärkt aus dieser Veranstaltung herauszugehen sei das Ziel, so BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann. Zusammen mit ihren Mitstreiterinnen Sandra Schäfer (Vorsitzende des NLLV, Leiterin des Referats Gleichberechtigt im BLLV), Milanie Kreutz (stellvertretende dbb-Bundesvorsitzende und Vorsitzende der dbb-Bundesfrauenvertretung) und Tanja Küsgens (Bundessprecherin der VBE Frauenvertretung und stellvertretende Vorsitzende und Bundesfrauenvertretung des dbb) will sie Stolpersteine und Chancen aufzeigen, die Frauen auf ihrem beruflichen Weg begleiten.
Wie Frauen in Führung kommen können: Führungsrollen nicht nur in Vollzeit denken
Milanie Kreutz betont, wie begeistert sie von diesem BLLV-Format ist: Sie habe das noch bei keinem anderen Verband erlebt. Kreutz sieht in einem oftmals ausgeprägteren Fingerspitzengefühl eine Stärke von Frauen. Sie erlebt, dass Frauen wegen der Doppelbelastung Care-Arbeit und Erwerbsarbeit unter Druck stehen – und dann auch noch Führung? Das Problem dahinter: Führung sei immer in Vollzeit gedacht. Frauen würden aber oftmals in Teilzeit arbeiten wegen Care-Arbeit.
Dabei merkt sie an, dass eine Führungsrolle in manchen Bereichen aber auch entstressen könne. Sie erlebe beispielsweise als positiv, dass sie in ihrer Führungsrolle selbst Termine festlegen könne und so ihren Terminkalender besser organisieren könne.
Digitale Sitzungen erleichtern Teilnahme von Frauen im Gegensatz zu Sitzungen in Präsenz
Ohne die vielfältige Unterstützung ihrer Familie sei ihr beruflicher Werdegang nicht möglich gewesen, erklärt Tanja Küsgens. Sie stellt den Vorteil von digitalen Sitzungsformaten und mobiler Arbeit heraus, da sie viel besser mit dem familiären Leben zu vereinbaren seien. Sie empfiehlt außerdem Jobsharing und ein Mentoringprogramm für besseres professionelles Netzwerk. „Wir brauchen einen echten Kulturwandel in der Führung und müssen sexistische Strukturen benennen“, so Küsgens. Sie wünscht sich außerdem transparente, überprüfbare Auswahlverfahren.
Kreativ denken: Jobsharing und auch Führungspositionen im Tandem sind machbar
Milanie Kreutz findet Führungspositionen im Tandem eine gute Idee: Man könne Aufgaben aufteilen, außerdem sei immer einer erreichbar. Dass bestimmte Posten nur in Vollzeit gedacht sind, sieht auch Sandra Schäfer kritisch und warnt vor Teilzeitdiskriminierung. Sie rät den Teilnehmerinnen, dies bei den Personalräten und den Ansprechpartner*innen aus der Dienstrecht-und-Besoldungs-Abteilung anzusprechen.