Bild: Trafen zur Videokonferenz zusammen, um über Frauen in Führung zu diskutieren: Milanie Kreutz (Vorsitzende der dbb-Bundesfrauenvertretung, Credit Andreas Pein), Simone Fleischmann (BLLV-Präsidentin), Tanja Küsgens (Bundessprecherin der VBE Frauenvertretung; Credit dbb/Jan Brenner), Sandra Schäfer (Vorsitzende des NLLV) (im Uhrzeigersinn).
Bild: Trafen zur Videokonferenz zusammen, um über Frauen in Führung zu diskutieren: Milanie Kreutz (Vorsitzende der dbb-Bundesfrauenvertretung, Credit Andreas Pein), Simone Fleischmann (BLLV-Präsidentin), Tanja Küsgens (Bundessprecherin der VBE Frauenvertretung; Credit dbb/Jan Brenner), Sandra Schäfer (Vorsitzende des NLLV) (im Uhrzeigersinn).
Frauengesundheitsreihe
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Frauen im Job: Solidarisch und mutig auf der Suche nach neuen Wegen

Wie können Frauen beruflich eigene Wege einschlagen und verantwortungsvolle Positionen einnehmen? In der Veranstaltung „Frauen in Führung – neue Rollen, neue Wege?“ tauschten sich Frauen in leitenden Positionen über ihre persönlichen Erfahrungen aus.

Gestärkt aus dieser Veranstaltung herauszugehen sei das Ziel, so BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann. Zusammen mit ihren Mitstreiterinnen Sandra Schäfer (Vorsitzende des NLLV, Leiterin des Referats Gleichberechtigt im BLLV), Milanie Kreutz (stellvertretende dbb-Bundesvorsitzende und Vorsitzende der dbb-Bundesfrauenvertretung) und Tanja Küsgens (Bundessprecherin der VBE Frauenvertretung und stellvertretende Vorsitzende und Bundesfrauenvertretung des dbb) will sie Stolpersteine und Chancen aufzeigen, die Frauen auf ihrem beruflichen Weg begleiten.

Wie Frauen in Führung kommen können: Führungsrollen nicht nur in Vollzeit denken

Milanie Kreutz betont, wie begeistert sie von diesem BLLV-Format ist: Sie habe das noch bei keinem anderen Verband erlebt. Kreutz sieht in einem oftmals ausgeprägteren Fingerspitzengefühl eine Stärke von Frauen. Sie erlebt, dass Frauen wegen der Doppelbelastung Care-Arbeit und Erwerbsarbeit unter Druck stehen – und dann auch noch Führung? Das Problem dahinter: Führung sei immer in Vollzeit gedacht. Frauen würden aber oftmals in Teilzeit arbeiten wegen Care-Arbeit. 
Dabei merkt sie an, dass eine Führungsrolle in manchen Bereichen aber auch entstressen könne. Sie erlebe beispielsweise als positiv, dass sie in ihrer Führungsrolle selbst Termine festlegen könne und so ihren Terminkalender besser organisieren könne. 

Digitale Sitzungen erleichtern Teilnahme von Frauen im Gegensatz zu Sitzungen in Präsenz 

Ohne die vielfältige Unterstützung ihrer Familie sei ihr beruflicher Werdegang nicht möglich gewesen, erklärt Tanja Küsgens. Sie stellt den Vorteil von digitalen Sitzungsformaten und mobiler Arbeit heraus, da sie viel besser mit dem familiären Leben zu vereinbaren seien. Sie empfiehlt außerdem Jobsharing und ein Mentoringprogramm für besseres professionelles Netzwerk. „Wir brauchen einen echten Kulturwandel in der Führung und müssen sexistische Strukturen benennen“, so Küsgens. Sie wünscht sich außerdem transparente, überprüfbare Auswahlverfahren.

Kreativ denken: Jobsharing und auch Führungspositionen im Tandem sind machbar 

Milanie Kreutz findet Führungspositionen im Tandem eine gute Idee: Man könne Aufgaben aufteilen, außerdem sei immer einer erreichbar. Dass bestimmte Posten nur in Vollzeit gedacht sind, sieht auch Sandra Schäfer kritisch und warnt vor Teilzeitdiskriminierung. Sie rät den Teilnehmerinnen, dies bei den Personalräten und den Ansprechpartner*innen aus der Dienstrecht-und-Besoldungs-Abteilung anzusprechen. 


Referat Gleichberechtigt!

Gemeinsam sind wir stark: Frauen im BLLV

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Schäfer hat beobachtet, dass Frauen im beruflichen Kontext häufig an sich und ihrer Kompetenz zweifeln. Das Problem sei aber nicht die mangelnde Kompetenz – da seien Frauen gleich auf. Strukturelle Hürden würden Frauen aber das Leben schwer machen. 
Auch die Art und Weise, wie Mädchen und Jungen sozialisiert werden, spiele eine wichtige Rolle. „Weniger entscheidend ist dabei ein vermeintlicher Perfektionismus von Frauen als vielmehr gesellschaftliche Rollenbilder und Klischees, die häufig bewusst oder unbewusst übernommen werden“, so Schäfer. 
Entscheidend sei deshalb, dass Rollen und Verantwortlichkeiten innerhalb von Familie und Beruf bewusst reflektiert und neu verteilt werden. Eine faire Aufteilung von Aufgaben sowie eine gezielte Reduzierung des Mental Load seien zentrale Voraussetzungen für mehr Gleichberechtigung und eine nachhaltige Entlastung.

Erfahrungen, wie unterschiedlich Männer und Frauen in der beruflichen Welt wahrgenommen werden, hat auch Simone Fleischmann gemacht. Als erste Präsidentin in der Geschichte des BLLV hat Simone Fleischmann die großen Erwartungen immer gespürt. Sie merkt einen Unterschied, wie es ankommt, wenn eine Frau eine Ansage macht im Gegensatz zu einem Mann. „Wenn ein Mann eine Ansage macht, kommt‘s gut an, als Zeichen von Stärke. Bei einer Frau wird es als Schwäche gewertet“, so Fleischmann. 

Zickenkrieg: Altes, sexistisches Klischee, das von anderen aber gern heraufbeschwört wird

Worauf Fleischmann sich gar nicht einlässt, ist das Heraufbeschwören von „Zickenkriegen“. Sobald zwei Frauen in Führungspositionen aufeinanderträfen, werde von dritter Seite etwas von „Zickenkrieg“ gemunkelt. Tanja Küsgens stimmt ihr zu. Auch sie empfindet „Zickenkriege“ es als unzutreffendes, altes Rollenklischee.

Wichtig seien auf ihrem persönlichen Weg auch immer Menschen gewesen, die sie supported haben, berichtet Sandra Schäfer. Deshalb seien auch Veranstaltungen wie diese hier wichtig: Um sich gegenseitig zu unterstützen. Sandra Schäfer appelliert: „Wir müssen auf allen Ebenen Netzwerke bilden und solidarisch sein, auch zwischen allen Schularten. Gemeinsam sind wir sichtbar!“


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Was Kraft gibt: Netzwerk, Coaching, gutes Arbeitsteam – und: Zeit fürs Privatleben!

Wer viel im Arbeitsleben gibt, der muss manchmal auch dem Privatleben zuliebe Grenzen setzen, meint Simone Fleischmann: Auch private Termine hätten einmal Vorrang. Außerdem empfiehlt die BLLV-Präsidentin zur persönlichen Stärkung Coaching und ist dankbar für ihr gutes Team am Arbeitsplatz, auf das sie sich verlassen könne.  

Mit Blick auf die Zukunft gibt sich Milanie Kreutz kämpferisch: Ein Drittel aller Führungskräfte gehe in den nächsten Jahren in Pension. Deshalb werde es immer drängender, dass man sich im Arbeitsleben auch nach Frauen in Teilzeit richten müsse. 

Wir freuen uns auf Ihre Anregungen: Welche Themen brennen Ihnen unter den Nägeln? Schreiben Sie eine Mail an koordination@akademie.bllv.de

Die Veranstaltung “Frauen in Führung” fand am 15.6.2026 im digitalen Format statt.