Stärken entdecken
Aufblühende Schüler:innen und bessere Leistungen: Im Video von Augsburg.TV zeigt Serkan Erol in seinem Klassenzimmer, wie konstruktiv sich das Konzept der "Positiven Lernkultur" auswirkt. Als Referent für die BLLV-Akademie gibt er sein Wissen weiter.
Klingt spannend? Dann komm zu Serkan Erols Seminar am Mittwoch, 21.10.2026 (2026P/04) "Positive Lernkultur gestalten"
>> Serkan Erol im BLLV-Akademie-Interview:
BLLV-Akademie: Lieber Erol, bitte schildere Dein schönstes Erlebnis im Klassenzimmer, das aus Deiner Sicht nur geschehen konnte, weil Du nach dem Konzept der “Positiven Lernkultur” arbeitest.
Serkan Erol: Besonders beflügelt hat mich die Entwicklung eines Schülers, der sich in einer psychisch sehr belasteten und labilen Phase befand und wenig Zutrauen in sich selbst hatte. Wir entdeckten eher zufällig eine Stärke, die im normalen Unterricht kaum sichtbar geworden wäre: Er konnte richtig gute Vlogs drehen.
Von da an dokumentierte er Ausflüge und Projekte unserer Klasse mit der Kamera. Mit jedem neuen Vlog wuchsen die Anerkennung durch seine Mitschüler und sein eigenes Zutrauen. Später wirkte er in unserer Film-AG am Dokumentarfilm “PRAKTIKUM” mit, der bei einem bayernweiten Dokumentarfilmwettbewerb für junge Menschen mit dem Hauptpreis ausgezeichnet wurde.
Heute erlebe ich ihn als selbstbewussten jungen Menschen, der Anerkennung in seiner Gruppe erfährt. Diese Entwicklung hat mir gezeigt, was entstehen kann, wenn wir genau hinschauen, verborgene Stärken entdecken und einem jungen Menschen geduldig etwas zutrauen. Genau das bedeutet Positive Lernkultur für mich.
Wie bist Du selbst auf das Konzept der “Positiven Lernkultur” gekommen?
Die Positive Lernkultur ist schrittweise aus meiner eigenen Unterrichtspraxis entstanden. Ausgangspunkt war für mich die Frage: Wie können wir Lernräume gestalten, in denen junge Menschen sich sicher, gesehen und handlungsfähig erleben und zugleich anspruchsvolles Lernen möglich wird? Daraus haben sich über die Jahre konkrete Bausteine entwickelt, die ich zunehmend mit Erkenntnissen aus Pädagogik, Lernpsychologie und Positiver Psychologie verbinde.
Was sind die wichtigsten Argumente, im Klassenzimmer das Konzept der “Positiven Lernkultur” zu leben?
Wohlbefinden und Leistung sind für mich keine Gegensätze. Beziehung, Vertrauen, klare Strukturen und Orientierung schaffen Bedingungen, unter denen Lernen gelingen kann. Darauf aufbauend können Jugendliche zunehmend Selbstregulation, Selbstwirksamkeit und Eigenverantwortung entwickeln. Positive Lernkultur bedeutet deshalb nicht, dass Unterricht immer angenehm sein muss. Es geht um einen Lernraum, in dem junge Menschen gefordert werden und zugleich erfahren: Ich werde gesehen, ich kann etwas bewirken und mir wird etwas zugetraut.