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Warum politische Bildung immer mehr an Bedeutung gewinnt

Rechtsextreme Vorfälle und Hetze sind an Schulen keine Einzelfälle – das zeigt auch eine Umfrage des Bayerischen Rundfunks. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann betont, wie wichtig und unverzichtbar Demokratiebildung im Unterricht ist.

Betroffene Schüler:innen und Lehrkräfte trauen sich oft nicht, über Diskriminierung, Ausgrenzung und menschenfeindliche Äußerungen Dritter zu sprechen. Dennoch gehören Hakenkreuze, rassistische Aussagen und Judenhass zur Realität an vielen Schulen. Ende 2025 haben fast 600 bayerische Schulen an einer nicht-repräsentativen Befragung des Bayerischen Rundfunks teilgenommen. 

66 Prozent der befragten Schulen berichten von menschen- und demokratiefeindlichen Vorfällen im Schuljahr 2024/25. 74 Prozent ordneten die Fälle mehrheitlich dem rechten Spektrum zu. Eine Lehrerin berichtet gegenüber BR24 beispielsweise von einem AfD-Plakat auf der Schultoilette. 


BR24 vom 12. April 2026

Rechtsextremismus an Schulen: Wie Lehrkräfte damit umgehen

Es ist schwierig, Lehrer oder Schüler zu finden, die sich trauen, von Vorfällen aus dem rechten oder rechtsextremen Spektrum zu erzählen. Dabei kommt menschenfeindliche Hetze an vielen Schulen vor. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann: „Wir müssen die politische Bildung in die Mitte platzieren“ ... weiterlesen

Demokratiebildung als Maßnahme gegen Rechtsextremismus

Der BLLV sieht in dem Zusammenhang die Demokratiebildung als eine der wichtigsten Aufgaben von Schulen. Es geht darum, Schülerinnen und Schülern demokratische Werte zu vermitteln und sie zu befähigen, politische Situationen und Inhalte eigenständig einzuordnen. 

Simone Fleischmann, Präsidentin des BLLV, zur Dringlichkeit, Demokratiepädagogik und politische Bildung in den Mittelpunkt des Bildungssystems zu stellen: „Wir müssen jetzt Ernst machen und manche Fächer, manche Inhalte, manche On-Top-Kompetenzen beiseite rutschen und die Demokratiebildung, die politische Bildung in die Mitte platzieren, weil es an der Zeit ist.“

Haltung zeigen und Vorbild sein

Der BLLV setzt sich mit seinem Manifest: Haltung zählt für ein respektvolles Miteinander und den Schutz unserer Demokratie ein. Demokratie soll nicht nur Lerngegenstand sein, sondern muss an den Schulen gelebt werden. Dabei bestärkt der BLLV alle Lehrkräfte und Pädagog:innen, im Unterricht Haltung zu zeigen: „Es ist Aufgabe der Lehrkräfte, demokratische und pluralistische Werte zu vermitteln. Das bedeutet: Lehrkräfte dürfen Position beziehen, wenn es um die Werte unseres Grundgesetzes geht. Sie müssen es sogar“, so die BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann.

BR24 stellt Schulen vor, die Demokratiebildung bereits fest im Unterricht verankert haben – dazu gehört beispielsweise das Aufklären über Methoden und Symbole von extremistischen Gruppierungen sowie Jugendlichen die Bedeutung der Grundrechte nahezubringen.