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Warum Schulentwicklung mit KI ein starkes Fundament braucht

Eine Einordnung der Ergebnisse des aktuellen "Trendmonitor KI in der Bildung" der Deutschen Telekom Stiftung von Antje Radetzky, Leiterin der Abteilung Berufswissenschaft im BLLV

Der aktuelle „Trendmonitor KI in der Bildung 2026“ (externe Seite) der Telekom-Stiftung zeigt deutlich: Künstliche Intelligenz ist längst im Schulalltag angekommen – vor allem bei der Unterrichtsvorbereitung und Materialerstellung. Gleichzeitig macht die Studie greifbar, wo die Knackpunkte liegen, wenn wir Schule zukunftsfähig gestalten wollen. 

1. Basiskompetenzen sichern – das Fundament muss stehen

Die Studie spricht eine deutliche Warnung aus: Wenn Kinder und Jugendliche das Nachdenken und Verstehen einfach an die KI delegieren („Skill Skipping“), drohen wichtige Grundfertigkeiten auf der Strecke zu bleiben. 

Aus Sicht des BLLV gilt ganz klar: Sinnverstehendes Lesen, ein eigener sprachlicher Ausdruck und mathematisches Grundverständnis bleiben das Fundament. Nur wer einen Text wirklich versteht, kann beurteilen, ob die Antworten einer KI Hand und Fuß haben oder völlig an der Sache vorbeigehen. Phasen des ungestörten, analogen Übens und Lesens sind kein Schritt zurück. Sie sind das unersetzbare Fundament, damit Kinder überhaupt eine eigene Urteilskraft entwickeln können. 

2. Schultransformation: Vom reinen Abfragen hin zum echten Lernweg

Wenn perfekte Texte und Antworten mit wenigen Klicks entstehen können, verliert das isolierte Endergebnis an Aussagekraft. Ob ein Kind einen Sachverhalt wirklich durchdrungen hat, sehen wir daran kaum noch. 

Genau hier liegt die Chance für unsere Schulentwicklung: Wir rücken den Lernweg wieder ins Zentrum. 

  • Wie ist das Kind auf diese Lösung gekommen? 
  • Warum wurde dieser Weg gewählt, wo gab es Hürden und wie wurden sie überwunden? 

Gemeinsames Forschen, das Nachdenken in der Gruppe, mündliche Erklärungen und prozessorientierte Aufgaben machen Lernen lebendig. Wo KI nicht fertige Ergebnisse vorsetzt, sondern wie ein geduldiger Lernbegleiter zum Weiterdenken anregt oder Barrieren abbaut, kann sie diesen Weg wunderbar unterstützen. 

3. Entlastung schaffen, Beziehungsarbeit stärken

Der Trendmonitor belegt auch: Mehr als die Hälfte der Kolleginnen und Kollegen fühlt sich beim rechtssicheren Einsatz noch immer unsicher und alleingelassen. Schulleitungen und Kollegien brauchen verlässliche Rahmenbedingungen statt neuer Verunsicherung. Es braucht: 

  • praxistaugliche, verlässliche und datenschutzkonforme Landeslizenzen, 
  • praxisnahe Fortbildungen, die bereits in Studium und Vorbereitungsdienst beginnen, 
  • echte Freiräume und Zeit im Schulalltag, um Schulentwicklung und Medienkonzepte gemeinsam im Team zu gestalten.

KI kann und soll uns zeitaufwendige Routinen abnehmen. Sie darf aber niemals dazu dienen, Personalmangel zu überdecken oder den Arbeitsalltag noch weiter zu verdichten. Bildung ist und bleibt Beziehung. Das feine Gespür einer Lehrkraft, die Ermutigung im richtigen Moment und das menschliche Miteinander kann keine Technik ersetzen. Der Grundsatz „Mensch vor Maschine“ bleibt das Herzstück unserer Profession. 

>> Zum „Trendmonitor KI in der Bildung 2026“ (externe Seite)


KI in der Bildung: Schulen stärken, damit aus der Chance kein Rückschritt wird

KI bietet Chancen für Bildungsgerechtigkeit und individuelle Förderung, ist aber kontraproduktiv, wenn der Zugang von der Finanzkraft der Familien abhängt, warnt VBE-Chef und BLLV-Vize Tomi Neckov anlässlich des Trendmonitors 2026 - KI in der Bildung. ...
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