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KI-Schule ohne Lehrkräfte wie in den USA: „No way!“

Extremisten sägen in Deutschland an der Schulpflicht, in den USA wollen Firmen mit KI-Unterricht ganz ohne Lehrkräfte Geld verdienen. BLLV-Präsidentin Fleischmann stellt klar, warum Kinder und Jugendliche am besten von Profis mit Herz lernen.

Es ist eine gefährliche Illusion, dass Kinder und Jugendliche doch womöglich auch von Eltern oder Künstlicher Intelligenz unterrichtet werden könnten, ganz ohne Schulen. Ersteres schreiben deutsche Extremisten mancherorts in ihr Wahlprogramm, Letzteres testen kommerzielle Anbieter unter dem Label „Alpha Schools“ gerade in den USA. 

Dabei wird 2 Stunden täglich mit KI-Tools in individuell angepassten Einheiten gelernt, begleitet durch „Coaches“ – die allerdings keinerlei pädagogische Ausbildung haben. Den Rest der Lernzeit werden „Life Skills“ durch Arbeit mit Expert:innen erlernt, beispielsweise gibt es Schwimmtraining mit Navy Seals. Der Anbieter lobt sich natürlich selbst für Erfolge seines Konzepts, unabhängig überprüfbar ist das nicht.

Teamfähigkeit und demokratische Werte entwickeln sich im konkreten Erleben

„Kinder und Jugendliche brauchen, um in dieser Welt zurechtzukommen, professionelle Lehrerinnen und Lehrer“, betont BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann im Gespräch mit dem Radiosender M94.5 über den „Alpha Schools“-Ansatz.

So wertvoll KI für bestimmte Lerninhalte und individuelles Training ist – soziales Lernen und der Erwerb entscheidender Metakompetenzen gelingen erwiesenermaßen von Mensch zu Mensch. „Die Schulen sollen Demokratiebildung machen, die Schulen sollen politische Bildung machen. Das wollen wir dann durch zwei Stunden mit irgendwelchen Tools erreichen? No way!“, stellt Fleischmann klar.

Zudem sich schon bei Schulanfängern zeigt, dass der Rückgang sozialen Erlebens bereits im frühkindlichen Alter gravierende Folgen für sozial-emotionale Kompetenzen hat, die für den weiteren Lebensweg unerlässlich sind.

Pädagogische Chancen von KI nutzen

Dennoch muss sich im Bildungssystem einiges ändern, um die Chancen von KI für modernes Lernen zu nutzen: „Wenn die Welt von morgen immer digitaler wird, müssen wir Lehrerinnen und Lehrer lernen, KI- Lernprozesse zu integrieren“, sagt Simone Fleischmann gegenüber M94.5.

Der BLLV hat daher 14 Forderungen aufgestellt, damit KI kompetent, kritisch und verantwortungsvoll genutzt werden kann, um pädagogische Freiräume zu schaffen, besser individuell zu fördern und neue Formen des Lernens, Denkens und Bewertens zu etablieren.

Einen Kernpunkt formuliert auch M94.5-Moderator Paul Amthor abschließend: „Dabei geht es immer darum, den Unterricht besser zu machen, ohne das Menschliche zu verlieren.“