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Ein Zwischenstand der bayerischen Sprachstandserhebungen in der Süddeutschen Zeitung Startseite Topmeldung
Frühkindliche Bildung Sprachstandserhebung

Wie geht's weiter mit den Sprachstandstests?

Auch in diesem Jahr fanden zwischen Februar und März wieder die Sprachstandserhebungen bei Vorschulkindern statt. Insgesamt wurde der Sprachstand bei 134.000 Kindern erhoben. Was hat sich getan, seit der Pressekonferenz des BLLV im Frühjahr 2025?

Bei 134.000 Vorschulkindern, die zwischen Oktober 2026 und September 2027 ihr sechstes Lebensjahr vollenden, wurden jetzt im Frühjahr die Sprachstandserhebungen durchgeführt, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Allerdings war dabei nicht für jedes Kind ein Test an der Grundschule erforderlich. Für alle, die eine staatlich geförderte Kindertageseinrichtung oder eine heilpädagogische Tagesstätte besuchen, kann die jeweilige Kita eine Bescheinigung ausstellen. 34.200 Kinder wurden zur offiziellen Überprüfung an einer Grundschule vorgestellt. Sollte bei dem Test ein Förderbedarf festgestellt werden, müssen die Kinder ab September an einen Vorkurs in Deutsch besuchen.

Schwieriger Start

Nach den ersten Erfahrungen mit den Sprachstandserhebungen im Frühjahr 2025 hatte der BLLV in einer Pressekonferenz eine strenge Bilanz gezogen. Vorab wurde damals eine umfassende Umfrage unter den Testerinnen und Testern der Sprachstandserhebungen erstellt. Moniert wurde unter anderem organisatorisches Chaos, eine Überlastung der Testerinnen und Tester, IT-Probleme und ungeklärte rechtliche Fragen. Kultusministerin Anna Stolz hatte nach der BLLV-Pressekonferenz im Vorjahr gegenüber BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann eine Optimierungsphase angekündigt. Es sollte mehr Personal und mehr Vorkurse für die förderbedürftigen Kinder geben. 

Im aktuellen Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung betonte Simone Fleischmann: „Als man die Tests zur letzten Einschulung überstürzt eingeführt hat, war es noch eine migrationspolitische Ansage, die sehr wenig mit bildungspolitischem Verständnis zu tun hatte". Heute sei der Freistaat viel besser darauf vorbereitet. Trotzdem müsse man bedenken: „Eine Diagnostik ist immer nur so gut wie die Fördermaßnahmen, die sich daraus ergeben.“

Diagnose nur mit entsprechender Förderung

Dabei betonte die BLLV-Präsidentin, dass eine Diagnose des Förderbedarfs und eine darauf basierende Förderung zu begrüßen sind. Schließlich ist die Sprache der Schlüssel zur Welt – doch bestehen bei der flächendeckenden Umsetzung der Förderung weiterhin erhebliche Mängel. Personal wird zur Bewältigung der Aufgaben an anderer Stelle abgezogen. „Dadurch fällt die Förderung woanders hinten runter“, erklärt Fleischmann. „Dann gibt es in der dritten Klasse keine Förderung für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche und keine zusätzliche Differenzierung für leistungsstarke Kinder in Mathematik, weil das Personal nicht entsprechend vorgehalten werden kann.“ In anderen Fällen würden die Vorkurse teils auch von Nicht-Profis durchgeführt. Dies müsse man für die Zukunft besser beachten. Außerdem fordert Simone Fleischmann eine gute Evaluierung der Methode; nur so könne sichergestellt werden, dass die Sprachstandserhebung auch ihr ausformuliertes Ziel erreicht.

Spannender Ausblick 

Das Kultusministerium zieht allerdings eine positive Bilanz, wie die SZ berichtet. Mit rund 42.600 Kindern in etwa 4.580 eingerichteten Vorkursen seien im laufenden Schuljahr 2025/26 so viele Kinder wie nie zuvor sprachlich gefördert worden. Wie es mit den Sprachstandserhebungen weitergeht? Die bayerische Kultusministerin Anna Stolz steht laut SZ im Austausch mit den Kultusministerien der anderen Bundesländer, bei der Frage, was diese vom bayerischen Modell lernen können.


Süddeutsche Zeitung vom 26. April 2026

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