Sie versetzen Kinder in die Lage, aus einer Ansammlung von merkwürdigen Zeichen erst Wörter, dann Sätze und schließlich Texte zu verstehen. Sie stehen am Beckenrand und helfen ängstlichen Kindern, für die Schwimmprüfung über sich hinaus zu wachsen. Sie begleiten Jugendliche bei ihren ersten wackligen Schritten in die Berufswelt und unterstützen Schüler:innen dabei, zu mündigen Mitgliedern der Gesellschaft zu werden. Die Rede ist von Lehrerinnen. Denn die Zahlen sind klar: Der Großteil der Lehrkräfte ist weiblich. Und diese Lehrerinnen müssen täglich nicht nur den Anforderungen ihres anspruchsvollen Berufs gerecht werden. Auch im privaten Bereich sind sie es zumeist, die die Care-Arbeit erledigen. Tägliche Doppelbelastung ist also Programm und zehrt an vielen Frauen.
Das kennt auch der 1. Vizepräsident Gerd Nitschke aus seiner Arbeit als Dienstrechts-Experte und erklärt in der Online-Veranstaltung „Dienstrecht & Frauengesundheit im Schulalltag - Belastungen erkennen, Handlungsspielräume nutzen“: „Man hat als Lehrerin eben nicht nur die Belastung als Lehrerin, meist kommt eine Sache dazu. Probleme mit den Kindern, Probleme in der Partnerschaft oder die Pflege der Eltern. Und dann ist die Belastung so groß, dass es kracht und viele Lehrerinnen wissen nicht mehr, wie sie den Schulalltag wuppen sollen."