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Bundesweiter KI-Schulpreis Startseite
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KI-Leuchtturmprojekte sind wichtig – aber wir brauchen mehr

Künstliche Intelligenz (KI) hält zunehmend Einzug in bayerische Klassenzimmer und mit ihr neue Chancen, aber auch berechtigte Fragen. Der KI-Schulpreis würdigt auf besondere Weise das Engagement und die innovativen Leistungen der beteiligten Schulen und Lehrkräfte. Antje Radetzky, Leiterin der Abteilung Berufswissenschaft des BLLV, greift diese Erfolge in einem Kommentar auf und ordnet sie in die aktuellen Herausforderungen der Bildungspolitik ein.

"Ich freue mich sehr, dass mit Passau und Tirschenreuth gleich zwei bayerische Schulen zu den Finalisten des KI-Schulpreises gehören. Das zeigt eindrucksvoll, wie viel Innovationskraft, Engagement und pädagogische Qualität in unseren Schulen steckt. Solche Projekte machen Mut und zeigen, was möglich ist.

Gleichzeitig wissen wir: Diese Schulen sind nicht die einzigen, die hervorragende Arbeit im Bereich KI leisten. In ganz Bayern gibt es zahlreiche Schulen mit spannenden KI-Projekten, oft getragen von besonders engagierten Lehrkräften und Schulleitungen. Ob solche Vorhaben umgesetzt werden können, ist jedoch noch immer stark von finanziellen und personellen Ressourcen abhängig und damit leider auch vom Standort.

Aus der Sicht des BLLV darf die Förderung von KI in der Schule deshalb nicht auf einzelne Pilotprojekte oder das KI- und Medienbudget beschränkt bleiben. Wir brauchen eine landesweite, verlässliche KI-Strategie für Bildung, die alle Schulen und Kommunen einbezieht. Ziel muss es sein, flächendeckend Strukturen zu schaffen, die pädagogische Konzepte, Fortbildungen, technische Ausstattung und rechtliche Klarheit miteinander verbinden. Schüler und Schülerinnen sollen nicht nur vor Risiken wie Deep-Fakes oder Datenmissbrauch geschützt werden, sondern auch dazu befähigt werden, die Chancen von KI kritisch, kreativ und verantwortungsvoll zu nutzen. Nur so kann KI sinnvoll, gerecht und nachhaltig in Schule verankert werden. Denn richtig eingesetzt kann KI dazu beitragen, Bildungsgerechtigkeit zu stärken, anstatt bestehende Ungleichheiten zu vertiefen.

Auch für Lehrkräfte bietet KI große Potenziale. Sie kann bei der Vorbereitung von Unterricht, bei Differenzierung und Individualisierung oder bei administrativen Aufgaben entlasten und so Freiräume für pädagogische Kernaufgaben und Beziehungsarbeit schaffen. Damit das gelingt, brauchen Lehrkräfte jedoch Sicherheit: Datenschutz, Transparenz und klare rechtliche Rahmenbedingungen müssen jederzeit gewährleistet sein: für sie ebenso wie für Schülerinnen und Schüler.

Die Erfolge einzelner Schulen sind ein wichtiges Signal. Wir sollten sie aber vor allem als Auftrag verstehen: Jetzt die richtigen Weichen zu stellen, damit alle Schulen von den Chancen der Künstlichen Intelligenz profitieren können."

<< Antje Radetzky, Leiterin der Abteilung Berufswissenschaft im BLLV