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Marode Schulen, zu wenig Geld: BLLV fordert mehr Investitionen

Die Stadt Augsburg lässt mit einem Sofortprogramm die Toiletten an zehn Schulen sanieren. Doch für BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann reicht das längst nicht aus. Sie fordert mehr Geld für Instandhaltung, Sanierung und Modernisierung bayerischer Schulen.

Sat.1 Bayern berichtet über sanierungsbedürftige Schultoiletten in Augsburg. Die gezeigten Videoaufnahmen der sanitären Anlagen sprechen für sich. Nun werden die Toiletten an zehn der insgesamt 70 Schulen in Augsburg saniert. Neue Fliesen und neue Toilettenschüsseln sollen für mehr Hygiene und einen angenehmeren Schulalltag sorgen. Dafür investiert die Stadt 2 Millionen Euro.

An Bayerns Schulen fehlen 10 Milliarden Euro

Doch dies ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein – gemessen am allgemeinen Sanierungsstau an Bayerns Schulen. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann bringt es auf den Punkt: „Wir haben in Bayern 10 Milliarden Investitionsstau im Schulbau. Das heißt, es fehlt viel Geld, um die fast 5.000 staatlichen Schulen gut aufzustellen.“

Der BLLV beobachtet die Situation an Bayerns Schulen schon lange. Gesperrte Turnhallen, kaputte Beamer oder Fensterrollos, die seit Jahren nicht mehr benutzt werden können, sind vielerorts an der Tagesordnung. Hier ist man weit entfernt von einer inspirierenden, motivierenden Lern- und Arbeitsumgebung für Schüler:innen und Lehrkräfte. Im Idealfall sollte das Schulgebäude die pädagogische Arbeit bestmöglich unterstützen, soziale Kompetenzen stärken und Eigenverantwortlichkeit bei den Kindern und Jugendlichen fördern.


17:30 SAT.1 Bayern am 1. September 2026

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Auch Hitzeschutz wichtiges Thema

In den vergangenen Wochen waren Bayerns Schulgebäude häufiger Thema in den Medien. Anlass war die extreme Hitze, die an vielen Schulen zu unzumutbaren Zuständen für die Kinder und das Personal geführt hat. Denn: Viele Schulgebäude sind nicht auf die hohen Temperaturen ausgerichtet.

Mit Blick auf den Klimawandel fordert Fleischmann: „Daran muss sich auch der Schulbau ausrichten: Wenn Schulhäuser ausgestattet werden und renoviert werden oder neu gebaut werden, muss mit bedacht werden, dass es hohe Temperaturen gibt, die dann in Klassenzimmern eben abgefangen werden sollten.“

Die Politik darf vor dem Sanierungsstau an Bayerns Schulen nicht weiter die Augen verschließen. Es braucht deutlich mehr verlässliche Investitionen in Schulgebäude. Denn gute Bildung braucht gute Schulen.

UPDATE: Augsburger Allgemeine vom 5. September 2026: „Defekt und verdreckt: Wie schlimm sieht es auf Bayerns Schultoiletten aus?“

Auch die Augsburger Allgemeine beleuchtet in einem aktuellen Beitrag die Zustände auf bayerischen Schultoiletten und deren Auswirkungen auf den Schulalltag. Wie groß die Probleme tatsächlich sind, schildert Schülersprecherin Charlotte Mönninghoff. Unter anderem hätten Schüler an ihrer Schule Wände beschmiert und herausgerissen sowie Toiletten verstopft.

Svenja Ksoll kennt die Situation an den Schulen. Sie setzt sich als Leiterin der German Toilet Organization für eine gute Versorgung mit Toiletten ein. Eine wichtige Stellschraube sieht sie in der Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler, die Räume mitzugestalten, beispielsweise mit Duftspendern, Pflanzen oder Wandfarben.

Mitbestimmung ist wichtig, reicht aber nicht

Auch BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann sieht in der Beteiligung der Kinder und Jugendlichen einen wichtigen Ansatzpunkt: „Wichtig ist, dass Schülerinnen und Schüler solche Räume mitgestalten können. Wo Sie Teilhabe schaffen, da werden Sie keinen Vandalismus erleben. Und wenn die Ausstattung eh schon abgenutzt und versifft ist, kommen Schüler schneller auf die Idee: Na dann beschmier ich die Wände.“

Fleischmann stellt aber auch klar, dass Partizipation allein nicht reicht. Die Instandhaltung von Schultoiletten ist und bleibt ein politisches Thema: „Das ist Staatsangelegenheit. Wir haben in Bayern einen Investitionsstau im Schulbau von zehn Milliarden Euro. Das ist schon eine Bank.“

Das Schulgebäude als „dritter Pädagoge“?

Die Diskussion um Schultoiletten macht dabei ein größeres Problem sichtbar: Moderne Schulen, die auch die persönliche und soziale Entwicklung der Schülerinnen und Schüler fördern, brauchen mehr als funktionierende Sanitäranlagen. Damit Schulgebäude die Rolle des „dritten Pädagogen“ ausfüllen können, braucht es die passenden Räume und Bedingungen. Neben der zeitgemäßen technischen Ausstattung mit Medienräumen oder Video- und Tonstudios nennt Fleischmann auch Rückzugsräume zur Erholung und für konzentriertes Arbeiten. Auch Konzepte für den Umgang mit Hitze und gegen Kälte seien nötig: „In manchen Klassenzimmern tragen die Schüler im Winter Mütze und Schal.“

Auf die Frage, woran die Modernisierung bayerischer Schulgebäude scheitert, hat Fleischmann eine klare Antwort: „An der Einsicht fehlt es nicht. Auch in der Politik sehen alle die Notwendigkeit. Aber Schulen zu modernen Lernorten zu machen, das kostet eben viel Geld und Zeit.“


Augsburger Allgemeine vom 5. September 2026 (kostenpflichtig)

Defekt und verdreckt: Wie schlimm sieht es auf Bayerns Schultoiletten aus?

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