Extremwetter und neue Hitzerekorde in vielen Regionen Bayerns und deutschlandweit stellen auch die Schulen immer wieder vor Herausforderungen. Lehrerverbände weisen seit Jahren darauf hin, dass viele Schulgebäude auf die Folgen des Klimawandels nicht vorbereitet sind. Angesichts immer häufiger auftretender Hitzetage sei langfristig mit hohen Temperaturen während der Unterrichtszeit zu rechnen, erklärte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann bereits im Juli des vergangenen Jahres gegenüber news4teachers.de. „Daran muss sich auch der Schulbau ausrichten“, sagte sie.
Hitzeschutz ist eine politische Aufgabe
Zwar können Schulleitungen im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht über Hitzefrei entscheiden. Allerdings sind solche Entscheidungen oft nicht einfach zu treffen, beispielsweise weil im ländlichen Raum Schülerinnen und Schüler mangels Transportmöglichkeiten oft nicht einfach kurzfristig nach Hause geschickt werden können. Außerdem nimmt die Zahl der extrem heißen Tage zu und gerade jetzt müssen unter anderem die Schülerinnen und Schüler an Real- und Mittelschulen ihre Abschlussprüfungen schreiben. Schulen versuchen deshalb, mit improvisierten Lösungen zu arbeiten – von verschatteten Außenbereichen bis hin zu Trinkbrunnen und geänderten Tagesabläufen. Allerdings braucht es für die Zukunft keine Einzellösungen, sondern wirksame verbindliche Hitzeschutzmaßnahmen, wie die BLLV-Präsidentin betont.
Konsequent und verantwortungsvoll für die Zukunft planen
Aus Sicht des BLLV müssen Neubauten konsequent auf hohe Temperaturen ausgelegt und bestehende Gebäude temperatursensibel saniert werden. „Wenn Schulhäuser ausgestattet werden und renoviert werden oder neu gebaut werden, muss mit bedacht werden, dass es hohe Temperaturen gibt, die dann in Klassenzimmern eben abgefangen werden sollten“, forderte Fleischmann. Der Verband sieht dabei vor allem die Politik in der Verantwortung, den Sanierungsstau an Schulen abzubauen – der wird bundesweit mittlerweile auf 65 Milliarden Euro geschätzt.
Hitzeschutz ist eine Frage des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie der Bildungsgerechtigkeit
Auch der BLLV-Dachverband VBE fordert in seiner aktuellen Pressemitteilung „verbindliche Hitzeschutzmaßnahmen an allen Schulen. Dazu gehören kurzfristig klare und bundesweite Regelungen zu Raumtemperaturen, ausreichender Sonnenschutz, funktionierende Lüftungssysteme, die Freiheit, pädagogische Settings anzupassen sowie perspektivisch Investitionen in eine klimagerechte und hitzeresiliente Schulbaupolitik.” Denn Hitzeschutz ist kein Privileg, sondern eine Frage des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie der Bildungsgerechtigkeit.