(c) Bild von Alexander Paukner auf Pixabay
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Extrem-Hitze pünktlich zur Prüfungszeit an den Schulen
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Immer neue Hitzerekorde verlangen verantwortungsvolle langfristige Lösungen

Pünktlich zur Prüfungszeit an vielen Schulen gibt es wieder neue Hitzerekorde. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann fordert deshalb klare Regelungen zum Hitzeschutz, die auch den Schulbau betreffen. Der BLLV-Dachverband VBE mahnt Gesundheitsschutz an.

Extremwetter und neue Hitzerekorde in vielen Regionen Bayerns und deutschlandweit stellen auch die Schulen immer wieder vor Herausforderungen. Lehrerverbände weisen seit Jahren darauf hin, dass viele Schulgebäude auf die Folgen des Klimawandels nicht vorbereitet sind. Angesichts immer häufiger auftretender Hitzetage sei langfristig mit hohen Temperaturen während der Unterrichtszeit zu rechnen, erklärte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann bereits im Juli des vergangenen Jahres gegenüber news4teachers.de. „Daran muss sich auch der Schulbau ausrichten“, sagte sie.

Hitzeschutz ist eine politische Aufgabe

Zwar können Schulleitungen im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht über Hitzefrei entscheiden. Allerdings sind solche Entscheidungen oft nicht einfach zu treffen, beispielsweise weil im ländlichen Raum Schülerinnen und Schüler mangels Transportmöglichkeiten oft nicht einfach kurzfristig nach Hause geschickt werden können. Außerdem nimmt die Zahl der extrem heißen Tage zu und gerade jetzt müssen unter anderem die Schülerinnen und Schüler an Real- und Mittelschulen ihre Abschlussprüfungen schreiben. Schulen versuchen deshalb, mit improvisierten Lösungen zu arbeiten – von verschatteten Außenbereichen bis hin zu Trinkbrunnen und geänderten Tagesabläufen. Allerdings braucht es für die Zukunft keine Einzellösungen, sondern wirksame verbindliche Hitzeschutzmaßnahmen, wie die BLLV-Präsidentin betont.

Konsequent und verantwortungsvoll für die Zukunft planen

Aus Sicht des BLLV müssen Neubauten konsequent auf hohe Temperaturen ausgelegt und bestehende Gebäude temperatursensibel saniert werden. „Wenn Schulhäuser ausgestattet werden und renoviert werden oder neu gebaut werden, muss mit bedacht werden, dass es hohe Temperaturen gibt, die dann in Klassenzimmern eben abgefangen werden sollten“, forderte Fleischmann. Der Verband sieht dabei vor allem die Politik in der Verantwortung, den Sanierungsstau an Schulen abzubauen – der wird bundesweit mittlerweile auf 65 Milliarden Euro geschätzt.

Hitzeschutz ist eine Frage des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie der Bildungsgerechtigkeit

Auch der BLLV-Dachverband VBE fordert in seiner aktuellen Pressemitteilung „verbindliche Hitzeschutzmaßnahmen an allen Schulen. Dazu gehören kurzfristig klare und bundesweite Regelungen zu Raumtemperaturen, ausreichender Sonnenschutz, funktionierende Lüftungssysteme, die Freiheit, pädagogische Settings anzupassen sowie perspektivisch Investitionen in eine klimagerechte und hitzeresiliente Schulbaupolitik.” Denn Hitzeschutz ist kein Privileg, sondern eine Frage des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie der Bildungsgerechtigkeit.

Pressemitteilung des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) vom 22. Juni 2026

Ohne Schweiß kein Fleiß? VBE fordert Hitzeschutz an Schulen

„Schulen sind Arbeits- und Lernorte und damit auch Orte, an denen der Gesundheitsschutz uneingeschränkt gelten muss. Angesichts zunehmender Hitzeperioden ist es nicht länger hinnehmbar, dass Lehrkräfte sowie Schüler:innen unter Bedingungen arbeiten und lernen, die ihre Gesundheit gefährden. Wir fordern verbindliche Hitzeschutzmaßnahmen an allen Schulen. Dazu gehören kurzfristig klare und bundesweite Regelungen zu Raumtemperaturen, ausreichender Sonnenschutz, funktionierende Lüftungssysteme, die Freiheit, pädagogische Settings anzupassen sowie perspektivisch Investitionen in eine klimagerechte und hitzeresiliente Schulbaupolitik. Hitzeschutz ist kein Privileg, sondern eine Frage des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie der Bildungsgerechtigkeit. Es braucht jetzt dringend verbindliche Standards statt Einzellösungen und Improvisation“, fordert Tomi Neckov, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), angesichts der anhaltend hohen Temperaturen.

Aufgrund der Tatsache, dass bis heute keine geeigneten Maßnahmen gegen den menschengemachten Klimawandel ergriffen wurden, werden derartige Hitzeszenarien zwischen Mai und September in Deutschland zukünftig regelmäßig und in wachsendem Umfang auftreten. Der VBE fordert daher an die Bedürfnisse von Schüler:innen angepasste Maßnahmen und Regelungen auf Grundlage bestehender Festlegungen im Arbeitsschutz. Im Vordergrund stehen hierbei bauliche Veränderungen zur Aufrechterhaltung einer angemessenen Innenraumtemperatur, beispielsweise über eine Klimatisierung der Schulgebäude, und ausreichende Schattenflächen auf dem Schulhof, um Schüler:innen einen gefahrlosen Ausgleich zum Unterricht bieten zu können.

Bestehende Festlegungen zum Hitzeschutz am Arbeitsplatz können als Grundlage für neu zu erarbeitende Regelungen genutzt werden. So empfehlen beispielsweise die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und die dazugehörige Regel ASR A3.5, dass ab 26 °C Außentemperatur Maßnahmen wie Schutz vor Sonneneinstrahlung, flexible Arbeitszeiten, technische Geräte zur Kühlung und angepasste Bekleidungsvorschriften ergriffen werden.

Ab 30 °C Raumlufttemperatur sind diese Maßnahmen verpflichtend, ab 35 °C gilt der Raum als zum Arbeiten ungeeignet. Derartige Regelungen müssen aber dringend angepasst werden. Neckov führt aus: „Kinder reagieren deutlich stärker auf Hitze, da ihr Körper aufgrund geringerer Schweißproduktion und einer erhöhten Stoffwechselrate bei körperlicher Aktivität die Temperatur noch nicht so effizient regulieren kann. Daher müssen bestehende Regelungen zum Arbeitsschutz an ihre Bedürfnisse angepasst und entsprechend verschärft werden. Wichtig ist dabei, dass eine bundeseinheitliche Regelung erarbeitet wird. Schließlich hält sich weder die Sonne noch das Hitzeempfinden an die Grenzen der Bundesländer.“

>> Zur Pressemitteilung auf VBE.de