Der 8. März ist für das Referat gleichberechtigt! im Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband nicht nur ein Anlass zur Standortbestimmung innerhalb des Bildungswesens, sondern auch ein Moment, den Blick über nationale Grenzen hinaus zu richten. Gleichstellung ist eine globale Aufgabe. Die Lebensrealitäten von Frauen unterscheiden sich je nach Region erheblich, doch strukturelle Benachteiligungen, eingeschränkte Teilhabechancen und geschlechtsspezifische Gewalt sind weltweit verbreitete Herausforderungen. Internationale Solidarität bedeutet, diese Zusammenhänge anzuerkennen und Verantwortung nicht auf den eigenen Kontext zu beschränken.
Als Lehrkräfte sind wir Teil einer weltweiten Bildungsbewegung. Bildung eröffnet Perspektiven, stärkt Selbstbestimmung und schafft die Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe. Wo Frauen und Mädchen der Zugang zu Bildung erschwert oder verwehrt wird, sind grundlegende Menschenrechte betroffen. Internationale Solidarität heißt deshalb auch, sich klar zu positionieren: für gleiche Bildungschancen, für rechtliche Absicherung und für Schutz vor Diskriminierung – überall.
Gleichstellung ist keine rein “weibliche” Aufgabe
Gleichzeitig ist Gleichstellung keine ausschließlich „weibliche“ Aufgabe. Sie betrifft die gesamte Gesellschaft. Strukturelle Veränderungen gelingen nur, wenn Männer Verantwortung übernehmen und sich aktiv für gerechte Rahmenbedingungen einsetzen. Das gilt im schulischen Kontext ebenso wie in Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Unterstützung durch männliche Kollegen, Führungskräfte und Entscheidungsträger ist nicht nur wünschenswert, sondern unverzichtbar.
Eine nachhaltige Gleichstellungspolitik basiert auf Kooperation. Sie verlangt Dialog, gegenseitigen Respekt und die Bereitschaft, tradierte Rollenbilder kritisch zu hinterfragen. Wenn Männer sich als Verbündete verstehen, stärken sie nicht nur Frauen, sondern die demokratische Kultur insgesamt. Gleichberechtigung erweitert Handlungsspielräume für alle Geschlechter und verbessert die Qualität gemeinsamer Arbeit.
Internationale Solidarität für eine demokratische Gesellschaft
Für das Referat gleichberechtigt! im BLLV steht daher fest: Internationale Solidarität und gesamtgesellschaftliche Mitverantwortung gehören untrennbar zusammen. Wer sich für gerechte Strukturen im Bildungsbereich einsetzt, setzt sich zugleich für eine offene, demokratische und menschenrechtsorientierte Gesellschaft ein.
Der Internationale Frauentag 2026 ist damit ein gemeinsamer Auftrag – über Ländergrenzen hinweg und über Geschlechter hinweg.
BLLV Präsidentin Simone Fleischmann bestätig die Wichtigkeit von Gleichberechtigkeit und Bildung
Auch BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann unterstreicht die Bedeutung von Gleichberechtigung und Bildung: „Gleichberechtigung entsteht nicht von allein. Sie wächst dort, wo Kinder lernen, dass Mädchen und Jungen die gleichen Chancen haben und Vielfalt selbstverständlich ist. Respekt ist die Grundlage unseres Zusammenlebens – eine demokratische Gesellschaft braucht echte Gleichberechtigung.“