Bayerns Kultusministerin Anna Stolz ließ heute das sogenannte Gesamtkonzept Unterrichtsversorgung für das nächste Schuljahr 2026/27 veröffentlichen. Die Zahlen und die daraus resultierende Analyse ist richtig. Wir haben Lehrermangel. Eine Tatsache, die nicht neu ist und von allen Beteiligten auch anerkannt wird.
Das veröffentlichte Gesamtkonzept zeigt eine so genannte Unterdeckung des Bedarfes – also fehlende Lehrerinnen und Lehrer – für alle Schularten, ausgenommen der Grund- und der Realschule. Am Gymnasium fehlen mit 740 Lehrkräften die meisten Kolleginnen und Kollegen, gefolgt von der Mittelschule mit 210, den Förderschulen mit 80 und den beruflichen Schulen mit 50 fehlenden Vollzeitkräften. An Grundschulen und Realschulen gibt es im nächsten Schuljahr laut Kultusministerium keine Unterdeckung. Hier sollen also genügend Lehrkräfte vorhanden sein.
Richtige Analyse, falsche Schlussfolgerungen
Die Zahlen überraschen nicht, wenn man sie auch durchaus kritisch betrachten sollte. So ist die Deckung des Bedarfs an den Realschulen nur durch Kürzungen bei den freiwilligen Angeboten und durch strengere Vorgaben bei Klassen- und Gruppenbildung möglich. Die Grundschule wäre ebenfalls noch weit von einer ausreichenden Versorgung entfernt, wenn man ihr alle freiwilligen Angebote und Kürzungen der letzten Jahre wieder zurückgeben würde. Ebenso verfälscht ist das Bild bei den Mittelschulen, deren Unterdeckung noch um ein Vielfaches größer wäre, wenn man alle Aushilfskräfte oder befristet angestellten Hilfskräfte herausrechnen würde und nur diejenigen zählen würde, die tatsächlich für den Beruf der Mittelschullehrkraft vollständig ausgebildet sind. Ähnlich ist die Situation dann auch an den Förderschulen, die seit Jahren ebenfalls unter einem großen Mangel an ausgebildetem Personal leiden. Die Unterdeckung bei den Gymnasien resultiert aus der Wiedereinführung des G9 und der Blick auf die weit verzweigte Berufsschullandschaft lässt auch in diesem Bereich Zweifel an den Zahlen aus dem Gesamtkonzept aufkommen.
Trotzdem aber muss man konstatieren, dass die Analyse stimmt. Wir haben zu wenig Lehrkräfte für Bayerns Schulen und für die Schülerinnen und Schüler an diesen Schulen.