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Kriminalstatistik der Polizei - Augsburger Allgemeine und PNP berichten (Update vom 16.04.2026) Startseite Topmeldung
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Zunehmende Gewalt gegen Lehrkräfte! Was ist zu tun?

Laut dpa steigt die Zahl der Gewaltvorfälle gegen Lehrkräfte. Das ergebe die Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik. BLLV-Präsidentin Fleischmann betont die wichtige Rolle der Schulen und fordert Prävention sowie Unterstützung für Lehrkräfte.

Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) meldet, sei die Zahl der Gewaltvorfälle gegen Lehrkräfte innerhalb von zehn Jahren stark angestiegen. Das zeige eine Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS). Die Auswertung ist Teil einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion (PDF) zur Sicherheit der Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Betroffen sind dabei allerdings nicht nur Lehrerinnen und Lehrer, sondern auch viele andere Beschäftigte des öffentlichen Dienstes.

Schutz und Unterstützung für die Betroffenen

So sei die Zahl der Fälle, in denen Lehrkräfte als Opfer vorsätzlicher einfacher Körperverletzung aktenkundig wurden, 2024 auf 1.283 Fälle gestiegen. In den Jahren 2015 bis 2023 meldeten die Polizeibehörden der Länder dagegen “nur” zwischen 717 und 1.017 Fälle an das Bundeskriminalamt (BKA). Die steigenden Zahlen sorgen seit Jahren immer wieder für Schlagzeilen, werden aber auch kontrovers diskutiert – unter anderem, weil lediglich die Zahl der Anzeigen dokumentiert wird, nicht allerdings die Zahl der Verurteilungen. Eine Änderung im Anzeigeverhalten der Menschen könnte damit die Daten verfälschen und auch andere Faktoren sorgen teils für eine eingeschränkte Vergleichbarkeit historischer Daten.


Augsburger Allgemeine zum Thema "Gewalt gegen Lehrkräfte" am 11.04.2026

Lehrer in Bayern erleben immer öfter Gewalt durch Schüler und Eltern

Lehrerinnen und Lehrer werden immer häufiger Opfer von Gewalt. Simone Fleischmann, die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, ist dennoch davon überzeugt ... weiterlesen

Unstrittig ist aber: Die Gewalt an den Schulen ist ein großes Problem und der Schutz von Schülerinnen, Schülern und Personal muss allerhöchste Priorität haben, wie auch BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen betont. Es sei essenziell, „dass sich der Dienstherr bei jedem Gewaltfall ganz klar vor die betroffene Lehrkraft stellt: die Schulämter, die Regierung, die Kultusministerin und der Innenminister“. Schon im Januar hatte Fleischmann betont: „Wir engagieren uns schon lange dafür, das Thema öffentlich zu machen und Druck auf die Politik auszuüben. Denn wir stehen hinter den Betroffenen mit klarer Haltung und handfester Unterstützung! Wichtig ist aber vor allem die Prävention, denn jeder Fall ist einer zu viel!“

Mit klarer Haltung gegen Gewalt und Hetze 

Gleichzeitig spielen die Schulen eine Schlüsselrolle dabei, einer Verrohung von Gesellschaft und Kommunikationskultur entgegenzuwirken: „Wir sind die Bildungs- und Erziehungsinstitution, die dagegenhält. Wir üben mit den Kindern Demokratie, vermitteln Respekt und gewaltfreie Kommunikation.“ Umso besorgniserregender ist es, dass sich gerade die Lehrerinnen und Lehrer selbst immer öfter bedroht sehen. Die Augsburger Allgemeine zitiert in diesem Zusammenhang auch die Ergebnisse der forsa-Befragung, die der BLLV-Dachverband VBE (Verband Bildung und Erziehung) 2024 veröffentlicht hat, wonach 59 Prozent der Schulleiterinnen und Schulleiter sagten, dass Übergriffe an ihrer Schule innerhalb von fünf Jahren zugenommen hätten.


Passauer Neue Presse (PNP+ Artikel) vom 16.04.2026

Hilferufe von der Tafel: Gewaltdelikte gegen Lehrkräfte nehmen zu

Gewaltdelikte gegen Lehrkräfte nehmen zu. Die Gründe findet man oft im Elternhaus. Gewalterfahrungen prägen, begleiten oft ein Leben lang. „Der Vorfall ist bei mir immer noch präsent“, sagt Simone Fleischmann ... weiterlesen

Passauer Neue Presse: Ein Blick in die Praxis und die Probleme der Kinder und Jugendlichen

Auch die Passauer Neue Presse (PNP) greift das Thema mit dem Titel “Hilferufe von der Tafel: Gewaltdelikte gegen Lehrkräfte nehmen zu” (PNP+ Artikel)auf. Die Redakteurin fragt dabei gezielt nach persönlichen Erfahrungen und den Hintergründen der Entwicklung. Simone Fleischmann betont im Gespräch mit der PNP, dass viele Kinder, die in der Schule mit Gewaltausbrüchen auffallen, auch zuhause davon betroffen sind: „Wer Schwierigkeiten macht, hat auch Schwierigkeiten.“ Zudem fehlt es in der Erziehung häufig an klaren Strukturen und Orientierungspunkten, wie die BLLV-Präsidentin betont. Was gilt als akzeptabel, und wo werden Grenzen überschritten? Kinder sind auf verlässliche Richtlinien angewiesen, um sich sicher orientieren zu können. Denn wie man mit Problemen richtig umgeht, müssen Kinder erst lernen. 

Klare Haltung und „Null-Toleranz-Politik“

Die Empathie für die Situation der Kinder, heißt aber nicht, dass seitens der Schulen nicht konsequent vorgegangen wird. In ihrer Zeit als Lehrerin und später als Schulleiterin herrschte bei Simone Fleischmann eine klare „Null-Toleranz-Politik“ – auch bei den Fällen, die sie selbst erlebt hat und die Sie in der PNP schildert. Einmal wollte ein Achtklässler ihr eine Ohrfeige geben – sie konnte sich gerade noch ducken. Der Grund war banal: Das Kind war überfordert und reagierte mit einer Übersprungshandlung. In einem anderen Fall hat ein Zweitklässler eine Lehrerin mit einem Turnbeutel verprügelt. In beiden Fällen wurde Anzeige erstattet. Damit enden solche Geschichten allerdings nicht, denn Gewalt beschränkt sich nicht auf den Moment. Sie wirkt nach, muss verarbeitet, überwunden und bewältigt werden. Offenheit und Unterstützung für die Betroffenen ist deshalb essenziell.

Im Fall des Zweitklässlers wurde ein Kriseninterventionsteam an der Schule eingesetzt, um sich um die Schüler und Lehrer zu kümmern. Ihren eigenen Fall arbeitete Simone Fleischmann in der Supervision auf. 

Was tun gegen strukturelle Defizite

Aktuell sagte der VBE-Bundesvorsitzende und 2. Vizepräsident des BLLV zu den neuen Zahlen der Polizeistatistik: „Lehrkräfte sind genauso Angestellte des öffentlichen Dienstes wie Mitarbeitende bei Polizei und Sanitätsdienst. Sie verdienen nicht einfach nur einen netten Händedruck hin und wieder, sondern echten Schutz.“ Gegenüber dem Nachrichtenportal news4teachers.de verwies der VBE außerdem auf strukturelle Defizite im Umgang mit Gewaltvorfällen. So hätten 18 Prozent der Schulleitungen bei der letzten forsa-Umfrage berichtet, dass Meldungen von Gewaltvorfällen seitens der Schulbehörden nicht gewünscht seien. Dies sei eine strukturelle Verweigerung von Hilfestellung!

Offener Umgang und klare Kommunikation

Nötig seien deshalb, neben gesetzlichen Änderungen zum besseren Schutz von Lehrkräften, ein flächendeckender Einsatz multiprofessioneller Teams, um Schulen im Umgang mit Konflikten und Gewalt zu entlasten. Dazu gehören insbesondere Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und externe Fachkräfte. Außerdem braucht es niedrigschwellige und verbindliche Meldewege, damit Übergriffe systematisch erfasst und bearbeitet werden können. Entscheidend sei zudem eine unmittelbare Unterstützung betroffener Lehr- und Fachkräfte nach Vorfällen.

Medienberichte und weiterführende Informationen

Pressemitteilung des BLLV-Dachverbands VBE Verband Bildung und Erziehung vom 10.04.2026

VBE fordert konsequenten Schutz für den öffentlichen Dienst

Die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) macht eines unmissverständlich klar: Gewalt gegen Lehrkräfte ist kein Einzelfall mehr, sondern ein flächendeckendes Problem. Immer häufiger werden Lehrkräfte zu Opfern von Bedrohungen, Beleidigungen und sogar körperlichen Angriffen – oft im direkten Zusammenhang mit ... weiterlesen

news4teachers vom 10.04.2026

“Sündenböcke”: Wachsende Gewalt gegen Lehrkräfte – Verbände fordern Schutzkonzepte

Die Zahl der Übergriffe auf Lehrkräfte steigt – und mit ihr der Druck auf die Bildungspolitik. Verbände und Gewerkschaften sehen in den aktuellen Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik eine Entwicklung, die nicht mehr mit Einzelfalllogik ... weiterlesen

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