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„Das erfüllt den Bedarf der Eltern, aber nicht den Anspruch auf beste Bildung“

Die Deutsche Presseagentur spricht mit BLLV-Präsidentin Fleischmann über den Ganztagsanspruch im kommenden Schuljahr: Die Betreuung der Erstklässler könne zwar gelingen, große Chancen für individuelle Förderung und Chancengleichheit bleiben aber ungenutzt.

Wenn man den Anspruch niedrig genug ansetzt, kann man sich selbst ein gutes Zeugnis ausstellen…

Nach diesem Motto scheint es bei der Umsetzung des Ganztagsanspruchs für Grundschulkinder der ersten Klassen in Bayern zu laufen. „Wir hier in Bayern setzen auf den Gemischtwarenladen – der erfüllt zwar die Bedarfe der Eltern, aber erfüllt nicht unseren Anspruch auf beste Bildung und gleicht nicht die Bildungsungerechtigkeit aus“, sagt BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann dazu im Gespräch mit der Deutschen Presseagentur (dpa).

Wenn wenig geboten ist, wird auch wenig angenommen

Denn die Politik gibt sich offenkundig damit zufrieden, dass die Kinder irgendwie aufgeräumt sind, damit die in der Tat wichtige Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser gelingen kann. Dabei böte der rhythmisierte gebundene Ganztag, für den sich der BLLV seit Jahren stark macht, enorme Chancen, Kinder individuell zu fördern und den peinlichen letzten Platz bei der Bildungsgerechtigkeit zu räumen. „Oft gibt es keinen pädagogisch hochwertigen gebundenen Ganztag“, kritisiert Fleischmann daher.

Das politische Spiel ist dabei eine Wette auf angebotsinduzierte Nachfragesenkung, meint die BLLV-Präsidentin: „Wenn das Angebot die Eltern nicht überzeugt, buchen und fordern sie immer nur das individuelle benötigte Mindestmaß an Betreuung“, sagt Fleischmann und fordert „auch am Nachmittag qualitativ hochwertige Bildungsangebote.“

Für wirklich gute Bildung fehlen Personal und Räume

Die Latte wird indes auch deshalb so niedrig gelegt, weil allein schon für den formalen Rechtsanspruch Personal und Räumlichkeiten knapp sind. „Es wird passen, da wir ja nur mit der ersten Jahrgangsstufe in die Ganztagsgarantie starten“, prognostiziert Fleischmann und warnt zugleich: „Aber es wird auch Engpässe geben. Der Rechtsanspruch wird erfüllt werden, aber teils zulasten älterer Grundschulkinder, die deshalb ihren Platz verlieren.“

Aus Sicht des BLLV ist die geplante Umsetzung daher eine vertane Chance, wie Präsidentin Fleischmann kürzlich auch im Morgenmagazin des ZDF erläuterte: „Wir wollen einfach beste Bildung anbieten. Dazu braucht es hochprofessionelle Lehrerinnen und Lehrer, aber auch zusätzliches Personal, gute Räume – und da fehlt es halt ein Stück weit.“

» zum Bericht der Süddeutschen: „Anspruch für Erstklässler: Droht auch Bayern ein holpriger Start in den neuen Ganztag?“
 


Antenne Bayern vom 1. September 2026

Ganztagsbetreuung für Erstklässler: Bayern startet mit Rechtsanspruch – So läuft die Umsetzung im neuen Schuljahr

Ab dem neuen Schuljahr haben Eltern von Erstklässlern in Bayern einen Anspruch auf einen Platz in der Ganztagsbetreuung. Familienministerin Scharf sieht das Land gut vorbereitet, doch es gibt auch kritische Stimmen. Der Lehrerverband BLLV befürchtet, dass ältere Kinder ihren Betreuungsplatz verlieren könnten, weil Plätze für Erstklässler benötigt werden ... weiterlesen

BR24 Radio vom 14. August 2026

Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung: Lässt er sich einlösen?

Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Erstklässler:innen bringt große Herausforderungen mit sich. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann rechnet zwar nicht mit Klagen von Eltern wegen fehlender Betreuungsplätze – wohl aber damit, dass der neue Rechtsanspruch auf Kosten älterer Grundschulkinder gehen könnte: Diese könnten ihren Ganztagsplatz womöglich zugunsten von Erstklässlern verlieren. "Das ist ein Verschiebebahnhof, der natürlich nicht zu tolerieren ist" ... weiterlesen

Bayerischer Rundfunk


BR24 online berichtet über Probleme bei der Umsetzung des Ganztagsanspruchs in Bayern und nimmt die Einschätzung von BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann auf, dass es bereits im kommenden Schuljahr Engpässe geben werde. Einige Erstklässler bekämen nur deswegen einen Platz, weil ältere Grundschulkinder ihren Platz abgeben müssten.
>> “BLLV-Präsidentin Fleischmann befürchtet Engpässe beim Ganztag”

In einem Radiobeitrag von BR24 sagt Simone Fleischmann:
“Es fehlt an Räumen und Personal. Gerade für den Ganztag bräuchte es, neben Pädagoginnen und Pädagogen, insbesondere auch mehr multiprofessionelle Kräfte. Es herrscht aber überall Fachkräftemangel.”


Merkur / Heimatzeitungen

8-Stunden-Tag für Erstklässler

Der Münchner Merkur berichtet über den Stand der Ganztagsbetreuung und gibt die Kritik von BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann wieder, dass Geld und Personal fehlt - erst Recht, wenn in den folgenden Jahren weitere Jahrgangsstufen ebenfalls Ansrpich auf Ganztagsbetreuung haben. So lasse sich die Bildungsungerechtigkeit in Bayern nicht abstellen ... weiterlesen

Simone Fleischmann im Wortlaut im Merkur:

“Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands BLLV, ist nicht zufrieden: ‘Wir sind in Bayern auf keinen Fall exzellent.’ Sie kritisiert, dass es bei den meisten Angeboten um reine Betreuung geht, im schlechtesten Fall lediglich um Aufbewahrung. Qualitativ hochwertige Bildung sei nur in professionellen Ganztagsschulen – gebunden oder kooperativ – möglich. Nur: Dafür fehlen Geld und Lehrkräfte, vor allem an der Mittelschule, auf die viele Kinder mit einem hohen Bildungsbedarf außerhalb des Elternhauses gingen. ‘Hier geht es um den Ausgleich der Bildungsungerechtigkeit’, sagt Fleischmann.

Das jetzige Konstrukt, ein Bauchladen aus verschiedenen Angeboten, das Ministerin Scharf gerne als ‘Werkzeugkasten’ bezeichnet, mag für das kommende Schuljahr reichen. Aber Fleischmann fürchtet die Zukunft: Ihr sind Fälle bekannt, in denen Dritt- und Viertklässler aus der Ganztagsbetreuung ‘rausberaten’, wurden, damit Plätze für Erstklässler vorhanden sind."