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Ungleiche Bildungschancen erschweren das Nacharbeiten Startseite Topmeldung
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Lernen in den Ferien?

Ausruhen und genießen oder üben und vertiefen – was brauchen Schülerinnen und Schüler in den Herbstferien? BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann erklärt: Lernen funktioniert häufig nur, wenn Eltern die Kinder begleiten. Doch nicht alle Eltern können das leisten.

Nach rund sechs Wochen Schule gibt es die erste kurze Verschnaufpause. Die meisten Kinder freuen sich auf freie Tage und Freizeitprogramm. Und darum geht es auch in erster Linie: Ferien sollen der Erholung dienen. Der Leistungsdruck in Schulen ist hoch und Kinder brauchen die unterrichtsfreie Zeit, um ihre Energien wieder aufzuladen. Aber sollten insbesondere Schülerinnen und Schüler, die Lücken haben oder in manchen Fächern hinterherhängen, die Herbstferien auch zum Üben nutzen?

BR24 geht dieser Frage nach und hat dazu Simone Fleischmann, Präsidentin des BLLV, befragt. Sie gibt zu bedenken, dass Lernen in den Ferien gerade bei jüngeren Kindern besser funktioniert, wenn Eltern sie begleiten können. Nach dem Motto: „Wir haben ausgemacht, dass du eine Stunde liest oder Matheübungen machst. Mach das jetzt und dann schauen wir uns das zusammen an. Aber das geht halt nur, wenn die Eltern im Homeoffice sind oder Urlaub haben.“ Und das ist nicht in allen Familien möglich.


BR24

Eine Woche Herbstferien – abschalten oder lernen?

Sollen Kinder und Jugendliche die freien Tage nur genießen oder lernen, vor allem wenn sie Lücken haben? BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann: Lernen in den Ferien klappe gerade bei jüngeren Kindern besser, wenn Eltern begleiten können. Sie mache sich zudem Sorgen, weil viele Kinder in den Ferien allein daheim seien ... weiterlesen

Unterschiedliche Bildungschancen machen sich auch in den Ferien bemerkbar

Wenn Eltern die Lernbegleitung in den Ferien nicht leisten können, bleibt die Eigenverantwortung beim Kind oder es wird auf andere Maßnahmen zurückgegriffen. Viele finanzstarke Familien schicken ihre Kinder zur Nachhilfe oder in Lerncamps, so die BLLV-Präsidentin. Finanziell schwächer aufgestellte Familien können das nicht.

Zahlreiche Studien belegen, dass Bildungschancen in Deutschland ungleich verteilt sind. Unter anderem der diesjährige Chancenmonitor des ifo-Instituts zeigt, dass die Bildungschancen stark von der sozialen Herkunft beeinflusst werden. 

„Wir schaffen es nicht, Schüler aus sozioökonomisch schwachen Verhältnissen als Schule mitzunehmen. Die sind völlig abgehängt“, sagt Simone Fleischmann gegenüber dem BR. Meist fordern Lehrkräfte aber vor allem lernschwache Kinder auf, in den Ferien zu üben. „Und die Kinder sollen dann alleine in den Ferien nacharbeiten – das funktioniert halt nicht.“

(Mehr) Zeit für Medienkonsum

Manche Schülerinnen und Schüler sind sich in den Ferien selbst überlassen, zum Beispiel weil die Eltern arbeiten müssen, erklärt Fleischmann weiter. Das kann zu Einsamkeit und vermehrtem Medienkonsum führen. „Viele vereinsamen in den Ferienzeiten, sind lost im World Wide Web und haben Challenges laufen in den sozialen Medien – das macht uns schon Sorgen.“

Betreuungs- und Freizeitangebote, die für alle zugänglich sind, leisten somit auch während der Ferien einen wichtigen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit.