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Inner Wheel verleiht Preis für Zivilcourage Startseite
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Schulen gegen Gewalt – „Wo Zugehörigkeit beginnt, verliert Gewalt ihren Nährboden“

Der Inner Wheel Zivilcourage Preis 2026 würdigt Schulen, die aktiv gegen Gewalt vorgehen. Vier Projekte wurden dieses Jahr ausgezeichnet. BLLV-Präsidentin und Jury-Mitglied Simone Fleischmann hielt bei der Preisverleihung die Laudatio für den 1. Preis.

Auch dieses Jahr zeichnen die Münchner Inner Wheel Clubs bayerische Schulen und Lehrkräfte aus, die besonderes Engagement für Zivilcourage zeigen. Unter dem Motto „Schulen gegen Gewalt“ wurden dieses Mal Projekte und Initiativen gegen physische und psychische Gewalt gewürdigt. Die zunehmende Gewalt unter Kindern und Jugendlichen ist eine große gesellschaftliche Herausforderung. Frühzeitige Prävention und Zivilcourage sind daher wichtiger denn je. 

„Mit diesem Preis möchten wir Schulen sichtbar machen, die nicht wegsehen, sondern aktiv Verantwortung übernehmen und jungen Menschen zeigen, wie ein gewaltfreies Miteinander gelebt werden kann“, so Roswitha Wenzl, Präsidentin des Inner Wheel Club München-Residenz und Mitinitiatorin des Preises.

Die Preisverleihung fand in feierlichem Rahmen am 3. Juli 2026 in der alten Rotationshalle im Pressehaus des Münchner Merkur in München statt. Dabei wurden drei Preise mit einem Preisgeld von insgesamt 5.000 Euro vergeben, ein weiterer Sonderpreis war mit 500 Euro dotiert. Das Preisgeld wurde vom Rotary Club Starnberg gestiftet. Ein großes Dankeschön gilt auch Marlene Ippen für die großzügige Unterstützung der Veranstaltung in der alten Rotationshalle sowie der Moderatorin des Abends Christa Donner.

Die Preisträger 2026

1. Preis geht an das Mentoring-Programm des Goethe-Gymnasium Regensburg

„Regensburger Mentoring – Hinschauen, stärken, verbinden“ lautet das mit dem 1. Preis ausgezeichnete Projekt des Goethe-Gymnasiums in Regensburg, das Schülerinnen und Schüler durch ein Mentoringprogramm vor Ausgrenzung, Beschämung, sozialer Isolation und psychischer sowie physischer Gewalt schützen soll. Ältere Schülerinnen und Schüler, sogenannte Mentorinnen und Mentoren, mit spezieller Ausbildung unterstützen jüngere in schwierigen Situationen durch Gespräche, erklärt Schul- und Projektleiter Bernhard Rothauscher.

Simone Fleischmann, Jury-Mitglied und Präsidentin des BLLV, betont bei ihrer Laudatio: „Das Regensburger Mentoring ist ein Präventionsprojekt, bei dem Schülerinnen und Schüler Verantwortung füreinander übernehmen. Das Besondere an diesem Projekt ist der Peer-to-Peer-Ansatz. Jugendliche werden nicht nur begleitet, sondern werden selbst zu Gestalterinnen und Gestaltern einer gewaltsensiblen Schulkultur. Das Mentoring setzt damit genau dort an, wo Prävention wirklich wirken kann – bevor Situationen eskalieren. Die Verbindung von Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit, gesundem Aufwachsen und respektvollem Miteinander hat die Jury mehr als überzeugt! Denn, wo Zugehörigkeit wächst, verliert Gewalt ihren Nährboden.“

2. Preis: Miteinander fördern mit Toleranztagen – Staatliche Realschule Pegnitz

Mit dem zweiten Preis wurde die Staatliche Realschule Pegnitz für ihr Projekt „Toleranztage“ ausgezeichnet. „Jährlich abgehaltene ‚Toleranztage‘ mit vielfältig gestalteten Workshops zum Thema psychischer und physischer Gewalt im täglichen Umgang sorgen nachhaltig für ein besseres Schulklima“, begründet Sabine Jaenecke vom Inner Wheel Club München Fünfseenland die Entscheidung der Jury.  

3. Preis: Zivilcourage erlernen – Franz-Miltenberger-Gymnasium Bad Brückenau

Den dritten Preis erhielt das Franz-Miltenberger-Gymnasium in Bad Brückenau für die Einführung eines Zivilcourage-Trainings. Bernd Holthusen vom deutschen Jugendinstitut München ist in der Jury und beschreibt die Stärke des Projekts: „Zivilcourage war das zentrale Motto des Schuljahres 2024/2025 in Bad Brückenau. […] Höhepunkt aber war die Woche der Zivilcourage, in der alle Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen ein professionell angeleitetes Zivilcourage-Training gemacht haben, mit dem Ziel, in schwierigen Situationen couragiert, aber überlegt zu handeln und Verantwortung übernehmen zu können.“

Sonderpreis: „Labor für Zivilcourage“ – Mittelschule Waldsassen

Im Rahmen eines Planspiels hat eine Klasse der Mittelschule Waldsassen eigenständig den Ablauf einer Demonstration simuliert und Schilder gegen Hass, Hetze und Ausgrenzung entworfen. Rund 20 Schülerinnen und Schüler nahmen bei der Preisverleihung gemeinsam mit ihrer Klassenleiterin Sandy Wendt die Auszeichnung mit dem Sonderpreis entgegen.

Ralph Kappelmeier, ebenfalls Jury-Mitglied, Kriminalhauptkommissar und Präventionsbeauftragter des Polizeipräsidiums München sieht die Aktion der Schülerinnen und Schüler als Leuchtturmprojekt: „In ihrem selbsternannten ‚Labor für Zivilcourage‘ setzt sich die Schule mit der freien Meinungsäußerung auseinander, wie sie in diesem Land geschaffen wurde, geregelt wird und geschützt werden sollte. […] Einen größeren Beitrag zur Entwicklung eines Demokratieverständnisses von Jugendlichen kann ich mir als Polizeibeamter kaum vorstellen“.

Der BLLV setzt sich für eine gewaltfreie Schulkultur ein. Schulen müssen Schutzräume vor Grenzüberschreitungen sein. Praktische Tipps zur Prävention und zum Umgang mit Vorfällen finden Sie im Dossier ‘Gewaltfreie Schulkultur’.

Impressionen von der Preisverleihung


Inner Wheel ist die weltweit größte Frauen-Service-Organisation, deren Fundament auf sozialem Engagement, Freundschaft und internationaler Verständigung basiert. Für die Verwirklichung dieser Werte sieht sie die Zivilcourage als ein wichtiges Instrument an, um in der schulischen Gemeinschaft ein tolerantes Miteinander zu sichern und Mut und Eigeninitiative zu fördern. www.innerwheel.de

Medienberichte

tz München vom 6. Juli 2026

Schulen stellen sich gegen Gewalt – Große Preisverleihung im Pressehaus

Die Zahl der Gewalttaten an Bayerns Schulen nimmt zu. Zwischen 2022 und 2024 stieg sie von 2228 auf 3030 Fälle. Allein diese Zahlen zeigen schon: Prävention und Zivilcourage gewinnen an Bedeutung. Das war auch ein wichtiges Thema bei der Verleihung des Inner-Wheel-Zivilcourage-Preises für bayerische Schulen und Lehrkräfte ... weiterlesen

Mittelbayerische Zeitung vom 5. Juli 2026 (kostenpflichtig)

Handeln, noch bevor es ernst wird: Goethe-Gymnasium Regensburg erhält Inner-Wheel-Preis für Zivilcourage

Beginnt Zivilcourage auf dem Schulhof erst, wenn Gewalt zwischen Schülern offen zutage tritt? Oder nicht vielleicht doch schon viel früher? Für Bernhard Rothauscher, Schulleiter des Regensburger Goethe-Gymnasiums, ist klar: Die mentale Stärke der Schüler bildet die Grundlage für ein harmonisches Miteinander ... weiterlesen