1. Preis geht an das Mentoring-Programm des Goethe-Gymnasium Regensburg
„Regensburger Mentoring – Hinschauen, stärken, verbinden“ lautet das mit dem 1. Preis ausgezeichnete Projekt des Goethe-Gymnasiums in Regensburg, das Schülerinnen und Schüler durch ein Mentoringprogramm vor Ausgrenzung, Beschämung, sozialer Isolation und psychischer sowie physischer Gewalt schützen soll. Ältere Schülerinnen und Schüler, sogenannte Mentorinnen und Mentoren, mit spezieller Ausbildung unterstützen jüngere in schwierigen Situationen durch Gespräche, erklärt Schul- und Projektleiter Bernhard Rothauscher.
Simone Fleischmann, Jury-Mitglied und Präsidentin des BLLV, betont bei ihrer Laudatio: „Das Regensburger Mentoring ist ein Präventionsprojekt, bei dem Schülerinnen und Schüler Verantwortung füreinander übernehmen. Das Besondere an diesem Projekt ist der Peer-to-Peer-Ansatz. Jugendliche werden nicht nur begleitet, sondern werden selbst zu Gestalterinnen und Gestaltern einer gewaltsensiblen Schulkultur. Das Mentoring setzt damit genau dort an, wo Prävention wirklich wirken kann – bevor Situationen eskalieren. Die Verbindung von Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit, gesundem Aufwachsen und respektvollem Miteinander hat die Jury mehr als überzeugt! Denn, wo Zugehörigkeit wächst, verliert Gewalt ihren Nährboden.“
2. Preis: Miteinander fördern mit Toleranztagen – Staatliche Realschule Pegnitz
Mit dem zweiten Preis wurde die Staatliche Realschule Pegnitz für ihr Projekt „Toleranztage“ ausgezeichnet. „Jährlich abgehaltene ‚Toleranztage‘ mit vielfältig gestalteten Workshops zum Thema psychischer und physischer Gewalt im täglichen Umgang sorgen nachhaltig für ein besseres Schulklima“, begründet Sabine Jaenecke vom Inner Wheel Club München Fünfseenland die Entscheidung der Jury.
3. Preis: Zivilcourage erlernen – Franz-Miltenberger-Gymnasium Bad Brückenau
Den dritten Preis erhielt das Franz-Miltenberger-Gymnasium in Bad Brückenau für die Einführung eines Zivilcourage-Trainings. Bernd Holthusen vom deutschen Jugendinstitut München ist in der Jury und beschreibt die Stärke des Projekts: „Zivilcourage war das zentrale Motto des Schuljahres 2024/2025 in Bad Brückenau. […] Höhepunkt aber war die Woche der Zivilcourage, in der alle Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen ein professionell angeleitetes Zivilcourage-Training gemacht haben, mit dem Ziel, in schwierigen Situationen couragiert, aber überlegt zu handeln und Verantwortung übernehmen zu können.“
Sonderpreis: „Labor für Zivilcourage“ – Mittelschule Waldsassen
Im Rahmen eines Planspiels hat eine Klasse der Mittelschule Waldsassen eigenständig den Ablauf einer Demonstration simuliert und Schilder gegen Hass, Hetze und Ausgrenzung entworfen. Rund 20 Schülerinnen und Schüler nahmen bei der Preisverleihung gemeinsam mit ihrer Klassenleiterin Sandy Wendt die Auszeichnung mit dem Sonderpreis entgegen.
Ralph Kappelmeier, ebenfalls Jury-Mitglied, Kriminalhauptkommissar und Präventionsbeauftragter des Polizeipräsidiums München sieht die Aktion der Schülerinnen und Schüler als Leuchtturmprojekt: „In ihrem selbsternannten ‚Labor für Zivilcourage‘ setzt sich die Schule mit der freien Meinungsäußerung auseinander, wie sie in diesem Land geschaffen wurde, geregelt wird und geschützt werden sollte. […] Einen größeren Beitrag zur Entwicklung eines Demokratieverständnisses von Jugendlichen kann ich mir als Polizeibeamter kaum vorstellen“.