Mutig den eigenen Weg gehen: Drei Bücher über Herausforderungen und Zusammenhalt
Über innere Zweifel, den Wunsch, die Welt ein bisschen besser zu machen und einen schwierigen Weg zurück ins Leben. Diese drei Kinder- und Jugendbücher handeln von jungen Menschen, die lernen, ihren eigenen Weg zu gehen und an sich selbst zu glauben.
NICHt mit mir!
von Maria Scrivan
- Illustrationen: Maria Scrivan
- Verlag: Loewe
- Reihe: graphix loewe!
- ISBN: 978-3-7432-1672-3
- Preis: 17,00 Euro
- Seiten: 240
- Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Natalie braucht ein Hobby, damit sie in der Schule eine AG besuchen kann. Doch leider kann sie nur gut zeichnen, und dafür gibt es keine AG. Was spricht dagegen, selbst eine solche zu gründen? Die Miesmonster im Kopf, die alles Neue schlechtreden?
Eine ansprechende graphic novel für Grundschüler. Zur Bekämpfung der Miesmonster gerne empfohlen für Schulbüchereien und Klassenlektüren. Comics begeistern Lesemuffel und Lesebegeisterte gleichermaßen. Dass neben Natalie ein Junge ein Hauptprotagonist ist, macht das Buch zudem auch für diese Leser interessant.
Inhalt
Der neue Schuldirektor verlangt von allen Schüler:innen, am Nachmittag einer Arbeitsgemeinschaft beizutreten. Natalie, die nachmittags am liebsten mit ihren Freundinnen „abhängt“, ist nicht begeistert. Ihre beste Freundin meldet sich jedoch sofort in der Volleyball AG an und hat ab sofort keine Zeit mehr für gemeinsame Unternehmungen.
Natalies einziges Hobby ist Zeichnen und dies wird nicht angeboten. Luca, dem neuen Mitschüler, geht es genauso und er überredet Natalie, eine eigene AG zu gründen. Als die Bedingungen dafür endlich alle erfüllt sind, haben die beiden tatsächlich regen Zulauf. Und so wird auch ihr erster Comic „Supernats Abenteuer“, der vom Umgang mit den sogenannten Miesmonstern erzählt, ein voller Erfolg.
Bewertung
Wie in den ersten drei Bänden um Natalie greift die Autorin den Schulalltag der Protagonistin auf, um das Thema Selbstbewusstsein und Selbstzweifel zu behandeln. Natalie und Luca schaffen es mit den richtigen Argumenten, ihre Idee einer eigenen Comic AG zu verwirklichen. Daraus schöpfen die Beiden Mut und Zuversicht, sich nicht von guten Einfällen abbringen zu lassen. Luca verwendet das Bild der Miesmonster in den Köpfen, die alles schlechtmachen und davon abhalten, etwas Neues auszuprobieren. In der gewohnt sympathischen Darstellung vermitteln die Zeichnungen mit wenigen Strichen eine komplexe und ansprechende Handlung.
„NICHt mit mir!“ ist eine ansprechende graphic novel für Grundschüler. Zur Bekämpfung der Miesmonster gerne empfohlen für Schulbüchereien und Klassenlektüren. Comics begeistern Lesemuffel und Lesebegeisterte gleichermaßen. Dass neben Natalie ein Junge ein Hauptprotagonist ist, macht das Buch zudem auch für diese Leser interessant. Vielleicht sogar als Anregung, sich ebenfalls durch Comics auszudrücken.
Frankie und wie er die Welt sieht
von Zoran Drvenkar
- Illustrationen: Sabine Wilharm
- Verlag: Hanser
- Seiten: 152
- ISBN: 978-3-446-28073-1
- Preis: 16,00 Euro
- Altersempfehlung: ab 9 Jahren
Frankie macht sich Notizen. Kurze, für ihn wichtige, überschrieben mit Punkt … Einer davon: Solange sich keiner darum kümmert, geschieht auch nichts auf dieser Welt. Und so ist er: ein wenig Weltretter, ein wenig Weltverbesserer und vor allem Freund und Helfer, wenn es schwierig wird.
Mit flotter Sprache und dank vieler Ortswechsel liegt ein spannendes und zugleich tiefgründiges Kinderbuch vor. Man glaubt jeden Unsinn, verzeiht alles Flunkern. Frankie ist einfach einzigartig – und so verwundert es niemanden, dass er am Ende die Arktis retten geht. Ein wunderbares Buch, auch über Freundschaft, für Kinder ab neun und ältere, die den Mut haben, sich zu stellen und etwas zu tun, wenn es sonst keiner tut.
Inhalt
Frankie ist zehn Jahre alt und seine Welt ist ein wenig aus den Fugen geraten. Er kann es nicht verkraften, dass sich seine Eltern trennen, vor allem, dass sein Vater sich nicht entschuldigt. Also macht er sich auf den Weg nach Köln, um seinen Vater zu finden, und treibt ihn schließlich in Venedig auf. Der kommt heim und zieht in ein Zelt im Garten. Nun muss Frankie sich aber um seinen besten Freund Lars kümmern, dessen Mutter „die Hand ausgerutscht ist“. Er zieht bei Lars ein, bis seine Mutter sich entschuldigt.
Wie Frankie das alles macht? Er macht sich unsichtbar, reist mit seinem Freund Lars im Zug nach Venedig (Lars ist gar nicht dabei), er schließt Wetten ab, die aussichtslos erscheinen, und gewinnt sie natürlich, wickelt fremde Menschen um den kleinen Finger und erreicht am Ende mit Hartnäckigkeit und ganz viel Charme seine Ziele.
Bewertung
Frankie lebt keineswegs in einer beschaulichen Umgebung, sein Leben ist nicht einfach. Und dennoch schafft es der Autor, dem Leser eine große Leichtigkeit zu verschaffen. Man ist sofort mitten in der Geschichte, verliert kurz die Orientierung, weiß nicht so genau, was ist wirklich und was in Frankies Einbildung. Gleichzeitig ist dieser Junge äußerst klug, beobachtet seine Umgebung und die Welt darüber hinaus. Mit vielen schlauen Sprüchen, die er in sein Notizbuch schreibt, zeigt er dem Leser, wo der Weg hingehen muss, wenn etwas passieren soll: Man muss sich kümmern! Sonst passiert nichts!
Mit flotter Sprache und dank vieler Ortswechsel liegt ein spannendes und zugleich tiefgründiges Kinderbuch vor. Alle Figuren bleiben sympathisch, nicht zuletzt durch die liebevollen Zeichnungen. Man glaubt jeden Unsinn, verzeiht alles Flunkern. Frankie ist einfach einzigartig – und so verwundert es niemanden, dass er am Ende die Arktis retten geht. Ein wunderbares Buch, auch über Freundschaft, für Kinder ab neun und ältere, die den Mut haben, sich zu stellen und etwas zu tun, wenn es sonst keiner tut.
Heldentage
von Martin Schäuble
- Verlag: Fischer Sauerländer
- Seiten: 254
- ISBN: 978-3-7373-4360-2
- Preis: 17,90 Euro
- Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Nach einem Eklat bringt Nilos Mutter ihn in die Psychiatrie. Nilo ist medien-spielsüchtig. Dort trifft er auf Faris und Mayla, die in der Akutstation ist. Zusammen hauen sie ab. Gemeinsam schlagen sie sich einige Tage durch, um am Ende freiwillig wieder in die Klinik zurückzukehren.
Ein Buch, das einerseits zeigt, was Mediensucht bewirken kann, andererseits aber auch, was es bedeutet, Hilfe zu bekommen. Empfehlenswert ab 12 Jahren, unbedingt auch als Klassenlektüre.
Inhalt
Nilo verbringt endlose Stunden am Handy, vernachlässigt sich, die Schule, soziale Kontakte. Nach einem gewaltsamen Streit mit seiner Mutter findet diese einen Platz in der Psychiatrie für ihn. Er zieht in ein Zimmer mit Faris, der das gleiche Problem hat. In der Akutstation nebenan kommt Mayla an. Mayla – ohne Mutter, mit obdachlosem Vater, Boderlinerin.
Als Mayla in der Nacht abhaut, schließen sich die beiden Jungs an. Mayla bringt sie in eine alte Fabrik, in der sie auf gewalttätige Jugendliche treffen. In einem Zug lernen sie Frau Langfeld kennen, die verwirrt aus dem Pflegeheim ausgebüxt ist. Sie fahren mit ihr Bus. Schließlich kommen sie auf einem Schiff an. Dort lebt Maylas alkoholkranker Vater.
Alles wirkt so einfach und leicht mit Mayla. Schließlich aber stellt sich heraus, dass sie einen Plan gehabt hat, den sie einfach „durchgezogen“ hat. Ihr Ziel war es, zu ihrem Vater zu gelangen, der ihr viele Monate Unterhalt schuldet. So kommt es auch, dass Mayla am Ende ein Taxi ruft, das sie zuerst zu Frau Langelfd bringt und dann wie selbstverständlich zurück in die Klinik. Dort ist man keineswegs überrascht, als alle wieder zurückkommen. Es ist nicht Maylas erster Aufenthalt hier …
Bewertung
Der Autor erzählt in kurzen Sätzen in einem schnellen Tempo, genauso, wie die drei Jugendlichen ihre Welt erleben. Der Text ist vom Anfang bis zum Ende spannend. Zwischendurch blitzt die Handysucht auf, niemals jedoch anklagend, besserwisserisch oder mit erhobenem Zeigefinger. Vielmehr wird erzählt, dass die drei noch viel mehr sind als süchtig. Sie sind ehrlich, treu, einfallsreich, man kann sich aufeinander verlassen, sie sind Freunde.
Ein Buch, das schon zeigt, was Mediensucht bewirken kann, aber auch, was es bedeutet, Hilfe zu bekommen. Empfehlenswert ab 12 Jahren und unbedingt auch als Klassenlektüre.
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